Wülfrath: Der Grill-Meister
VON R. MAIROSE-GUNDERMANN - zuletzt aktualisiert: 30.08.2008Düsseldorf (RPO). Beim Promi-Kochen im Altenheim ist stellvertretender Bürgermeister Horst Hoenke gefordert. In der Küche schnipseln Ehrenamtliche und Heimbeiratsmitglieder fürs Salatbüfett.
Beim Promi-Kochen im Altenheim Haus-August-von-der-Twer ist diesmal einiges ganz anders. Die Veranstaltung findet nicht nur zugunsten von sondern mit Bewohnern statt. „Wir möchten sie mit einbeziehen“, sagt Fördervereinsvorsitzende Anni Wilken. Es wird auch nicht aus „Pott und Pannen“, dem Rezept-Sammelwerk des Vereins gebrutzelt, geköchelt oder gedünstet. Wegen der größeren Teilnehmer-Zahl wird gegrillt – nicht in der Therapie-Küche, sondern auf der lauschigen Terrasse über dem „Café am Angergarten“.
„ Es ist geschützt und man hat einen schönen Ausblick“, sagt „Promi-Griller“ Horst Hoenke. Die prallen Karpfen unten im Krappsteich haben es dem stellvertretenden Bürgermeister und begeistertem Hobby-Koch angetan. Das „Griller-Trio“ – Hoenke, Carsten Schalm, Bereichsleiter Altenhilfe-Verbund und Wilfried Wilken – versucht, den Gas-Grill anzuwerfen. Mit fachkundigem Handgriff von Heimleiterin Bettina Mayer klappt es.
Verwöhnprogramm
Am Montag, 1. September, ist Eis-Tag im Haus-von-der-Twer. Für jeden Bewohner, der es mag und es essen kann, gibt es leckeres Speise-Eis nach Wahl.
„Jeden Monat, bis es draußen friert, lassen wir unsere Bewohner wissen, dass es Sommer gibt“, schmunzelt Bettina Mayer.
Letzten Monat sei Eis mit heißen Kirschen sehr gut angekommen.
Geplant ist zudem ein „Reibekuchen-Tag“, damit sich die Bewohner wie zu Hause fühlen.
Das Auge isst mit
In der Küche schnipseln Ehrenamtliche und Heimbeiratsmitglieder fürs Salatbüfett. Cornelia Kippes schält Gurken. Birgitt Faktor wäscht den Salat. „Hier sind ganz andere Arbeitsgeräte als zu Hause“, moniert sie. Mangels Salatschleuder, wirbelt sie das Grünzeug im Handtuch auf der Terrasse. Christel Koch schneidet Röschen aus Radieschen. „Das Auge isst mit.“ Die Bewohner sitzen an Tischen im Gesellschaftsraum neben der Küche. Draußen ist es zu kühl. Frisch gezapftes Bier verkürzt die Wartezeit. Mit Vergnügen sehen sie zu, wie sich das Büfett füllt. Salatblätter, Tomaten, Gurken, Eier, Kartoffel- und Nudelsalat, sogar Baumkuchen, Rote Grütze und Grappa als Absacker. „Es ist schön, dabei zu sein“, sagt Elisabeth Link. Hildegard Neumann lächelt zustimmend. „Ich passe auf, dass richtig gegrillt wird“, meint Arnold Schild.
Aus Platzgründen und wegen ihres Gesundheitszustands können nicht alle Bewohner dabei sein. „Stellvertretend haben wir den erweiterten Heimbeirat eingeladen“, erklärt Bettina Mayer. Von der Terrasse her duftet es nach gegrillten Würstchen, gefüllten Champignons, eingelegtem Fleisch und Hähnchen-Flügel. Über dem Grill steigt verheißungsvoll Qualm auf. Für die riesigen Würstchen werden extra große Teller herangeschleppt. Schalm prüft bei jedem Flügel, ob er durch ist. Profimäßig serviert er an einem Tisch drei Teller gleichzeitig. Die Bewohner, zum Teil in Rollstühlen, werden von ihm und Ehrenamtlichen nach allen Regeln der Kunst bedient.
Nach und nach treffen auch die „paying guests“ ein und lassen es sich für den guten Zweck schmecken. Der Erlös des „Promi-Kochen“ ist für den Förderverein. Neben ehrenamtlicher Hilfe unterstützt er Anschaffungen, die sonst nicht getätigt werden könnten.
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