Bauernhofserie - Teil 4: Der Hof in der Niederung
VON CHRISTOPH ZACHARIAS - zuletzt aktualisiert: 16.07.2012 - 11:15Mettmann (RP). Das Gut Meurersmorp wird bereits im Mittelalter urkundlich erwähnt. Die Familie Drenker lebt und arbeitet seit vielen Jahren auf der Hofstelle. Die Milchwirtschaft wurde abgeschafft.
Versteckt im Tal abseits der Düsseldorfer Straße liegt das Gut Meurersmorp. Der Hof Morp erhielt seinen Namen durch seine Lage, die auf den mittelhochdeutschen Begriff Muor = Sumpfland, Morast, Niederung zurückgeht. Eine der ersten urkundlichen Erwähnungen von Meurersmorp finden sich einer Urkunde des Stiftes Kaiserswerth aus dem Jahr 1388. Dort heiß es: Greta, die Witwe des Loesen van Medemen und ihre Kinder und der Enkel, verkaufen dem Stift Kaiserswerth den Naturalzehnten, den sie und ihre Vorfahren für 5 Sester Roggen Mettmanner Maß bisher inne hatten.
Korn, Früchte, Flachs, Lämmer, Ferkel, Gänse und Hühner wurden in den Stiftshof Laubach von den dort hofeshörigen Höfen geliefert, und zwar von Dederich van Hermechusen und Rütger van der Lynden, den Eheleuten Heyn Groenwald und Nesa van Hermechusen, Gobel in der Morppe und anderen." In dieser Urkunde taucht der Name "Morppe" auf, mit dem Meurersmorp gemeint ist.
Erbrecht
Viele Bauernfamilien leben seit Generationen auf der Scholle der Väter.
Infolge der Anerbensitte haben die Höfe ihren alten Namen behalten. Der im Familienbesitz befindliche Bauernhof geht ungeteilt an den ältesten männlichen Erben.
(keine Realteilung).
Die Schreibweise der Höfe hat sich allerdings im Lauf der Jahrhunderte verändert.
Eng mit der Familie verbunden
Meurersmorp ist eng mit der Familie Drenker verbunden. Heute bewirtschaftet Peter Drenker (61) den Hof. Urgroßvater Gustav Drenker besaß den Bauernhof "Zum Hof" in Obschwarzbach. "Alle vier Söhne meines Urgroßvaters wollten Landwirt werden. Deshalb entschloss sich Gustav Drenker die Hofstelle zu verkaufen und den Erlös unter seinen Söhnen aufzuteilen."
Peter Drenkers Großvater, der ebenfalls Gustav Drenker hieß, pachtete Gut Thunis im Neandertal. Dort arbeitete und wohnte er mit seiner Familie bis zum Jahr 1908. Dann siedelte er auf Meurersmorp um. Zusammen mit dem Bauunternehmer Köster baute Gustav Drenker ein neues Wohnhaus für 21000 Goldmark. "Mein Großvater konnte rechnen", sagt Peter Drenker.
Der Kostenvoranschlag und die Abrechnung differierten lediglich um 900 Goldmark." Peter Drenkers Vater, Gustav Drenker, übernahm den Hof von seinem Vater. Mit Anfang 20 besuchte Gustav Drenker das Weltspiegel-Theater in Mettmann. Es lief der Film "Der weiße Rausch" mit Leni Riefenstahl in der Hauptrolle. Thema war das Skilaufen, eine damals noch neue Sportart.
Begeisterte Skifahrer
"Mein Vater war so begeistert von dem Film und vom Skifahren, dass er beschloss, es selbst auszuprobieren. Er fuhr 1930 mit der Bahn nach St. Anton in Österreich, lernte das Skilaufen und unternahm Skitouren." Die Beziehung zu St. Anton und zum Skifahren hat Peter Drenker jun. übernommen.
Ende der 60er Jahre übernahm er den Hof von seinem Vater. Peter Drenker hätte gerne noch Erfahrungen im Ausland gesammelt, doch er musste gleich feste mitarbeiten.
"Die zehn Kühe habe ich allerdings abgeschafft", sagt er. Denn: "Kühe konnte ich noch nie leiden und gemolken habe ich auch noch nie."
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