Mettmann: Der Richter zieht die Robe aus
VON KLAUS MÜLLER - zuletzt aktualisiert: 27.11.2008Düsseldorf (RPO). Ottmar Kirchner geht in den Ruhestand. Der Jurist arbeitet als Strafrichter am Amtsgericht Mettmann. Er ging zusammen mit seinem Kollegen Gerd Reuter auf das KHG.
Offiziell nimmt Ottmar Kirchner erst am 31. Dezember Abschied als Richter am Amtsgericht Mettmann. Da er aber vor seiner Pensionierung noch Anspruch auf Resturlaub hat, war der 25. November sein letzter Arbeitstag. „Wir haben heute Morgen im Kreis der Strafrechtsmitarbeiter ein etwas längeres, gemütliches Frühstück eingenommen“, verrät Ottmar Kirchner. Auf eine größere Verabschiedung habe er bewusst verzichtet. „Der Landgerichtspräsident hat mir schriftlich zugesichert, dass er meiner Bitte auf den Verzicht einer offiziellen Verabschiedung folgt und mich in Ruhe lässt“, erzählt Kirchner schmunzelnd.
Segeln und Werken
Ottmar Kirchner ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Er freut sich auf den Ruhestand und will sich dort seinen Hobbys intensiver widmen. Er segelt gern und ist leidenschaftlicher Heimwerker.
„Zudem freuen sich meine beiden Enkelkinder, dass der Opa jetzt noch mehr Zeit für sie hat“, so der zukünftige Amtsrichter a.D.
Wohnsitz in Bergisch-Gladbach
Am letzten Arbeitstag als Amtsrichter in Mettmann verfällt der 64-Jährige nicht in Hektik und lehnt sich in den Bürosessel. „Ich werde im Urlaub hin und wieder ins Amtsgericht kommen und in Ruhe mein Büro räumen.“ Da macht ihm auch die Fahrerei von Bergisch-Gladbach nichts aus, wo er seit vielen Jahren wohnt.
Zufrieden blickt er auf seine 33-jährige Tätigkeit im Mettmanner Amtsgericht zurück. „Die Arbeit als Strafrichter hat mir immer viel Freude bereitet. Dies hängt auch damit zusammen, dass wir einen netten Kollegenkreis hatten. Vor allem mit meinem Strafrechtskollegen Gerd Reuter, mit dem ich bereits das KHG in Mettmann besuchte, verstand ich mich prima.“
Er macht auf eine Erfahrung als Strafrichter aufmerksam. „Je schwerwiegender der Vorwurf der Straftat, desto geringer die Schwelle, dies auch zuzugeben.“ Die so genannten „schweren Jungs“ stünden eher zu ihrer Tat, als ein Angeklagter in einem Bagatellfall. Rückblickend macht Kirchner deutlich, dass es die richtige Entscheidung gewesen sei, den Beruf des Amtsrichters gewählt zu haben. Dabei macht er keinen Hehl daraus, dass er nach dem Abitur am KHG nicht daran gedacht habe, Jurist zu werden. „Nachdem ich bei Georg Fischer ein Praktikum absolviert hatte, wollte ich Wirtschafts-Ingenieur werden und habe an der Technischen Hochschule in Darmstadt ein Studium begonnen.“ Schnell habe er bemerkt, dass dies nicht das Richtige für ihn sei. „Danach habe ich zwei Orientierungssemester als Studium Generale in Darmstadt absolviert und das Studentenleben genossen“, verrät er augenzwinkernd. Er entschied sich für die Juristerei und studierte zunächst zwei Semester in Mainz und wechselte dann zur Uni Köln über.
„Ich wollte eine Tätigkeit, bei der man Beruf und Familie gut verbinden kann.“ Er habe gelernt, dass ein Richter frei von Weisungen sei und die Akten auch zu Hause bearbeiten könne. Ein Richter sei halt sieben Tage die Woche im Dienst. „Selbst dann, wenn er bei einem Waldspaziergang über einen Fall nachdenkt“, fügt er hinzu.
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