Mettmann: Der Schlangenflüsterer
VON ULLA PANTEL - zuletzt aktualisiert: 10.02.2007Düsseldorf (RPO). Rolf Bennemann aus Mettmann hat ein besonderes Hobby: Er züchtet Reptilien
Oft hilft er aus, wenn das Ordnungsamt oder die Feuerwehr seine Hilfe benötigen.Große Artenanzahl
Schlangen sind eine Unterordnung der Reptilien. Sie stammen von echsenartigen Vorfahren ab, die ihren Körper stark verlängert und ihre Beine zurückgebildet haben.
Sie umfassen eine große Anzahl von Arten und sind bis auf die Eiskappen und einige Inseln überall auf der Welt anzutreffen. In der Mythologie spielte die Schlange in eine große Rolle.
Bei „Schlangenalarm“ in Mettmann und Umgebung ist Rolf Bennemann für viele der erste Ansprechpartner. „In Privathaushalten werden immer mehr exotische Tiere gehalten“, weiß er. „Feuerwehr und Ordnungsbehörden müssen sich auf diesen neuen Trend einstellen.“ Bei ihm selbst leben mittlerweile 29 (ungiftige) erwachsene Schlangen und deren Nachwuchs. Zehn verschiedene, teilweise seltene Arten fühlen sich in seinem Hobbykeller in speziell ausgestatteten Terrarien zuhause.
Luftfeuchtigkeit muss stimmen
„Jede Art hat ihre eigenen Bedürfnisse, besonders was Temperatur, Licht und Luftfeuchtigkeit betrifft.“ Da Schlangen keine eigene Körperwärme haben, sind sie auf viel Wärme von außen angewiesen. Sie müssen innerhalb des Terrariums aber auch die Möglichkeit haben, sich in kühlere Regionen zurückzuziehen. Schlangen faszinieren durch ihre Andersartigkeit und regen seit jeher die Fantasie der Menschen an. Rolf Bennemann sieht das eher nüchtern. „Schlangen sind ihrem Wesen nach relativ einfach strukturiert“, sagt er. Als Kuscheltiere findet er sie ungeeignet. „Obwohl sie sich viel angenehmer anfühlen, als manche Leute denken“, fügt er hinzu.
Rolf Bennemann, von Beruf Fachmanager bei der ARGE, hat eher wissenschaftliches Interesse an den Tieren. „Der Reiz liegt für mich vor allem in der Gestaltung von unterschiedlichen Lebensräumen.“ Seine Tiere sollen sich in der künstlich geschaffenen Welt wohlfühlen. Dazu muss der Schlangenhalter sehr viel wissen. Die biologischen Besonderheiten der Tiere studiert er ebenso wie ihre Lebensgewohnheiten und das natürliche Umfeld.
Längst gilt Rolf Bennemann auch in Fachkreisen als Experte. Vorträge hielt er bereits vor der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde in Münster, bei der Kolpingsfamilie und bei der Feuerwehr. „Einmal hat mich die Feuerwehr bei einer Party in Wuppertal ausfindig gemacht, weil Anwohner in Metzkausen Klapperschlangen im Gebüsch gehört hatten“, erzählt er. Nach einer aufregenden Suchaktion in unüberschaubarem Gelände entpuppten sich die „Klapperschlangen“ schließlich als elektronischer Maulwurfschreck. „Uns allen hatte damals aber der Angstschweiß auf der Stirn gestanden.“ Rolf Bennemann steht der Haltung von Giftschlangen eher skeptisch gegenüber. Zwar seien die meisten Halter verantwortungsbewusst, doch wie überall würden die wenigen schwarzen Schafe dem Image schaden. Schließlich gäbe es auch genügend interessante ungiftige Arten.
Angst vor Schlangen kennen seine Kinder Ruth (7) und Jonas (6) nicht. Sie sind mit dem exotischen Hobby ihres Vaters aufgewachsen. Nur manchmal ist Ruth ein bisschen genervt. „Wenn andere Kinder zu Besuch kommen, wollen sie immer die Schlangen sehen. Das ist langweilig.“
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