Erkrath: Dichtern auf der Spur
VON GUNDEL SEIBEL - zuletzt aktualisiert: 20.11.2007Düsseldorf (RPO). Literarischer Spaziergang durch Unterfeldhaus mit der Viererbande der Kulturinitiative und szenischen Lesungen. Straßennamen wurden lebendig. Garten-Center Wächter wurde adventliches Paradies.
Einen literarischen Spaziergang durch Unterfeldhaus machten am Wochenende alle, die für den Kulturabend der Unterfeldhauser Kultur-Initiative im GartenCenter Wächter an der Max-Planck Straße eine Karte ergattert hatten. Unter dem Titel „Dichterstraßen/Straßendichter“ wurden dem Publikum vier Unterfeldhauser Dichterstraßen-Namen nahegebracht. Die zwei Literatur-Abende am Samstag und am Sonntag waren wieder das Werk der Kultur-Initiative Unterfeldhaus, bestehend aus Ilse und Wilfried Kretschmer sowie Regine und Richard Hübner.
Den Dichtern Erich Kästner, Rainer Maria Rilke, Carl Zuckmayer und Gottfried August Bürger wurde das Wort erteilt. Dazu erzählte Ilse Kretschmer anschaulich über die manchmal ungewöhnlichen Lebensläufe. Die Interpreten der Dichterlesung waren hochkarätig. Es konnten die Schauspieler Dieter Prochnow und Peter Welk sowie die Schauspielerin Janin Roeder gewonnen werden. Die las Passagen aus „Pünktchen und Anton“. Die Zuschauer waren begeistert. Erich Kästners Erkenntnis: „Nur der ist erwachsen, der Kind geblieben ist“ war nachvollziehbar.
Ein Jahr lang gefeilt
Über ein Jahr haben die Initiatoren der Kulturinitiative an diesem Programm gefeilt.
„Wir haben uns bemüht, den unterschiedlichen Dichterpersönlichkeiten gerecht zu werden“, sagt Ige Kretschmer.
Über die literarischen Entdeckungen im Stadtviertel waren selbst die Veranstalter der „Dichterstraßen-Straßendichter“ erstaunt.
Blitzschnell ausverkauft
Die szenische Lesung von Dieter Prochnow und Peter Welk aus dem „Hauptmann von Köpenick“ von Carl Zuckmayer war ein Höhepunkt, dem noch viele andere folgten. Die Abenteuer des Lügenbaron von Münchhausen von Gottfried August Bürger etwa brachte Peter Welk genüßlich zu Gehör. Die Karten für die zwei Abende waren blitzschnell ausverkauft. Die Unterfeldhauser wissen, wenn die „Viererbande“ einlädt, dann ist Kultur-Unterhaltung. Dann findet endlich mal was „zu Hause“ statt. Ansonsten müssen die Unterfeldhauser stets über den Berg nach Erkrath oder über das Feld nach Hochdahl fahren. Liebevoll hatte Christel See, Geschäftsführerin des GartenCenters Wächter, und ihr Team die Verkaufsräume in ein adventliches Paradies verwandelt.
Nach der Veranstaltung durfte auch gekauft werden. In einem Sketch zeigten die Kultur-Initiatoren, was 1972 im Rat der Stadt Erkrath beschlossen worden war. 25 Straßen sollten in Unterfeldhaus Dichternamen erhalten – darunter auch exotische wie Hans Henny Jahnn. Dass keine einzige Frau unter den Dichternamen war, fiel erst jetzt auf. „Zu der Zeit hatte man in Erkrath noch keine Gleichstellungsbeauftragte“, stellte Wilfried Kretschmer fest. Aber am Sonntag gab es als „Schauspieler“ für den Sketch einen Stargast, der angeblich die Rolle seines Lebens erhalten hatte: Bürgermeister Arno Werner spielte den Bürgermeister.
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