Mettmann: Die Jagd ist eröffnet
VON ULLA PANTEL - zuletzt aktualisiert: 25.10.2008Düsseldorf (RPO). Die beiden Künstlerinnen Malgorzata Klaus und Giovanna Prandi stellen ihre Bilder im Mettmanner Kunsthaus an der Lohstraße aus. Dabei schwinden die Grenzen zwischen Mensch und Tier.
Im Kunsthaus Mettmann hat die Jagdsaison begonnen. Stilleben mit erlegten Fasanen und Hasen oder den Röhrende Hirsche wird der Besucher der Ausstellung „Caccia aperta – Die Jagd ist eröffnet“ allerdings nicht finden. Die beiden Künstlerinnen Malgorzata Klaus und Giovanna Prandi lassen dem Betrachter in ihrer Gemeinschaftsausstellung die Entscheidung offen, wer hier der Jäger, wer der Gejagte ist.
Die Grenzen zwischen Mensch und Tier schwinden. Tiere stehen symbolisch für menschliche Eigenschaften, Menschen werden zu Mischwesen, die zum Nachdenken, manchmal auch zum Schmunzeln anregen. Giovanna Prandi lässt ein überdimensionales Huhn scheinbar die Bildebene durchbrechen und bedrohlich direkt auf den Betrachter zukommen.
Wo und wann
Die Ausstellung „Caccia aperta – die Jagd ist eröffnet“ ist bis zum 14. November im Kunsthaus Mettmann e.V., Lohstr. 2 zu sehen.
Öffnungszeiten: Dienstags 16.30-18.30 Uhr, freitags 17.30-19.30 Uhr.
Virtuoser Schwung
Malgorzata Klaus beschäftigt sich seit ihrer Studienzeit an der Kunstakademie Breslau und der Düsseldorfer Kunstakademie mit Mischwesen, ihrer mythologischen und volkstümlichen Bedeutung und ihrer Darstellung in der Kunst. Ihre oft skizzenhaft angelegten Motive sind mit virtuosem Schwung und expressiver Farbgebung gemalt und verraten die professionelle Künstlerin. Einen kraftvollen Sprinter stattet sie mit wehenden Hasenohren aus. Stehen sie für Schnelligkeit und Geschicklichkeit und strebt der Läufer freiwillig vorwärts, oder ist er ein Getriebener? Im Portrait einer Ziege reckt das kecke Tier wie beim selbstgefälligen Blick in den Spiegel seinen langen Hals.
Mit herabgezogenen Mundwinkeln und hängenden Hundeohren blickt dem Betrachter die Künstlerin entgegen. „Das bin ich im Winter wenn es kalt und dunkel ist“, sagt Malgorzata Klaus. Die „Doppio“- Bilder von Giovanna Prandi haben im übertragenen wie im wörtlichen Sinne zwei Ebenen. Die untere besteht aus sehr fein gemalten fotografisch-realistischen Bleistiftzeichnungen in einer Endlos-Struktur aus winzigen Kreisen. Ihre graue Farbe steht zugleich für die graue Realität. Eine zweite, darüber liegende Ebene aus transparentem Plexiglas ist mit farbigem Polyesterharz koloriert. Sie steht für die Färbung der Wirklichkeit entsprechend unserem kulturellen Hintergrund, unseren Erfahrungen und Vorurteilen. Ein vierfaches, in der Basis gleiches Kuhportrait macht das Tier mal zur schrillen Diva, mal zur schlichten Kuh, mal zum Kunstobjekt à la Picasso und mal zum fast surrealen Wesen. „Konträre Aspekte in der Bedeutung interessieren mich“, sagt Giovanna Prandi.
„Ein Kaninchen dient der Ernährung, es steht aber auch für Fruchtbarkeit und den Frühling. Andererseits ist es Symbol für Opfer, Angst und mangelnden Mut.“ Giovanna Prandi studierte zunächst Malerei in Trient, später an der Kunsthochschule Florenz. Seit 1989 lebt sie als Künstlerin in Deutschland.
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