Mettmann: Die Nacht der Kirchenmusik
VON GABRIEL KORDS - zuletzt aktualisiert: 11.02.2008Düsseldorf (RPO). „In aller Stille“ sei die Lambertuskirche im Jahr 1883 geweiht worden, las Annette Röttger in der Nacht der Kirchenmusik aus der Kirchengeschichte vor. Diese Bezeichnung traf auf die Nacht der Kirchenmusik gewiss nicht zu. Vielmehr war es eine klangvolle Huldigung des Kirchbaus und seiner Gemeinde, die unter Gesamtleitung von Regionalkantor Matthias Röttger in insgesamt vier Stunden geboten wurde. Die vier knapp einstündigen Konzerte hätten in ihrer musikalischen Ausrichtung kaum unterschiedlicher sein können.
„Fünf mal 25 Jahre“
Den Anfang machte Röttger selbst mit einem Orgelkonzert unter dem Titel „Fünf mal 25 Jahre“. Neben Werken von Joseph Gabriel Rheinberger und Hermann Schroeder faszinierten vor allem Introduction und Passacaglia f-Moll von Max Reger. Röttger begeisterte die Zuhörer mit einer ausdrucksstarken und vielseitigen Interpretation, deren tongewaltiges Finale die vorzügliche Akustik der Kirche voll ausschöpfte. Ähnlich eindrucksvoll waren die Variationen über das Lied „Ein Haus voll Glorie schauet“, das auch thematisch gut zum Abend passte.
Rudi Meincke von den Aulen Mettmanner verlas zwischen den Musikstücken klug ausgewählte Ereignisse aus der jüngeren Mettmanner Stadtgeschichte. Garniert wurde der Vortrag mit Bildern zur Geschichte von Kirche und Stadt, die auf eine Leinwand projiziert wurden.
Gegensätze standen im Mittelpunkt des Konzerts mit der Choralschola an St. Johann Baptist aus Wuppertal und der Flötistin und Saxophonistin Claudia Nickel. Auf die zeitgenössischen Fantasien, die oftmals eindrucksvoll mit einem Echo hinterlegt wurden, antworteten die Chorsänger mit gregorianischen Gesängen. Die Unterschiede dieser beiden Musikrichtungen bildeten einen spannungsvollen Kontrast, der durch die räumliche Trennung der Musiker verstärkt wurde. Claudia Nickel spielte von der Empore aus, während die Choralschola unter Leitung von Thomas Grunwald vom Altarraum aus sang.
Kammerchor sang Kreuzweg
Dort stellte sich später auch der Kammerchor für den „Kreuzweg im Weinberg“ von Heinrich Freistedt. Der Komponist des 1956 entstandenen Werkes stellt jeweils an das Ende von 14 Stationen einen Klagegesang.
Nach dem Kreuzweg wurde die Nacht der Kirchenmusik um 24 Uhr von Kaplan Hendrik Hülz mit einem Nachtgebet abgeschlossen. Weitere Ausführende des Abends waren Ivana Mehlem und Petra Keßler mit Musik für Harfe und Flöte. Petra Keßler vertrat Klaus-Peter Riemer, der wegen eines Armbruchs ausfiel. Für das leibliche Wohl sorgte ein „Kirchencafé“, das vor, während und nach dem Konzert Kaffee und Kuchen verkaufte.
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