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Erkrath: Digital durchs Weltall

VON MONIKA SPANIER - zuletzt aktualisiert: 10.04.2008

Düsseldorf (RPO). Experten aus München installieren im Erkrather Planetarium eine neue Technik: Ganzkuppel-Video-Projektion.

Die Zuschauer können zu jedem Sonnensystem des Universums fliegen. Am 17. April wird Richtfest gefeiert.
Im Foyer des Planetariums im Bürgerhaus Hochdahl richten (v.l.) der Informatiker Markus Steblei und der Astro-Physiker Dieter Schwab den Netzwerkschrank ein, der die Rechner für die sechs Videoprojektoren aufnimmt.   Foto: RPO
Im Foyer des Planetariums im Bürgerhaus Hochdahl richten (v.l.) der Informatiker Markus Steblei und der Astro-Physiker Dieter Schwab den Netzwerkschrank ein, der die Rechner für die sechs Videoprojektoren aufnimmt. Foto: RPO

Höher, weiter, ferner – zu entlegenen Galaxien und Sternen: Mit digitaler Technik fliegen die Besucher des Planetariums im Bürgerhaus Hochdahl bald durchs Universum. Wurde der künstliche Sternenhimmel bislang mit einem mechanisch-optisch betriebenen Projektor auf die Kuppel gezaubert, besteht das neue Digitalsystem aus sechs Video-Projektoren. Dass der Verein Sternwarte Neanderhöhe die städtische Einrichtung jetzt mit einer hochqualifizierten Technik betreiben kann, ist eine unerwartete Folge des Feuers, das jugendliche Brandstifter im August im Kindertreff gelegt haben.

Brandschaden im Bürgerhaus

Das gesamte Bürgerhaus hatte dabei Schaden erlitten. Die Räume des Planetariums waren völlig verrußt. Nach dem ersten Schock freut sich Vereinsvorsitzender Peter Richter nun über die Entwicklung. Er lacht: „Die Software an Bord des Transatlantikdampfers Queen Mary 2 ist ein Referenzmodell für unser neues Grundkonzept.“

Info

Praktikanten gesucht

Die Projektionseinrichtung besteht aus sechs D-ILA-Projektoren von JVC mit Fischaugenoptik. Das Herzstück ist die „DigitalSky“.

Mit einer physikalischen Auflösung je Projektor von 1920 mal 1080 Pixeln ergeben sich 8 Mio. Pixel auf der Projektionskuppel.

Die Sternwarte sucht Praktikanten, die bei den Shows helfen.

Kontakt Tel. 02104 947 666

http://snh.rp-online.de

In dieser Woche haben zwei Experten aus München von der Firma Sky-Skan Europe mit dem Einbau des neuen Planetariums- und Multimediasystems begonnen. Investiert wird eine sechsstellige Summe. Im Westeingang stapeln sich Kartons mit hochsensibler Technik. Der Kuppelsaal ist noch frei von Stühlen. In der Mitte wird es künftig keinen zentralen Projektor mehr geben. Von den sechs Beamern, die eigentlich große Videoprojektoren sind, werden vier für die vier Himmelsrichtungen an den Wänden montiert. Über zwei weitere Projektoren wird der Himmel im Zenit lebendig. Sechs Lautsprecher sind bereits hinter den Paneelen installiert. Jeder der sechs Beamer wird von einer Workstation gesteuert. Für den Rechnerturm wird im Foyer noch eine Kühlkammer gebaut. Der Teppichboden im „Bürgerhaus-Design“ Graublau ist neu, die alten Sessel hat eine Profi-Firma gereinigt. „Wir rücken die Sitze mehr in die Mitte. Das ermöglicht eine noch bessere Beobachtung des Sternenhimmels“, sagt Dozent Dr. Thomas Presper. Sogar dreidimensionale Effekte werden erzielt. „Mit dem neuen System können wir uns auf eine Reise durch das bekannte Universum begeben“, sagt der Astro-Physiker Dieter Schwab. Bisher konnte nur der irdische Sternenhimmel gezeigt werden. Die neue Technik ist eine Ganzkuppel-Video-Projektion (fulldome video). Die Kuppel kann jetzt segmentweise ausgeleuchtet werden. „Mit Hilfe einer speziellen Software werden die Übergänge zwischen den Feldern nahtlos projiziert und die Krümmung der Kuppel wird kompensiert“, sagt Presper. Die neue Technik hält ungeahnte Möglichkeiten bereit. Sie ermöglicht es den Betreibern des Planetariums, auch außerhalb der Astronomie Konzepte zu entwickeln. In einer 360-Grad-Rundumschau können nämlich alle auf Datensätzen gespeicherten Informationen aus dem Bereich der Wissenschaft und Kultur visualisiert werden.

Bevor sich das neue Weltraumkino mit jetzt 60 Plätzen erstmals zum Richtfest am 17. April und dann ab Juni für das Publikum öffnet, sind Hausaufgaben zu erledigen. Neue Programme sind erforderlich. Dazu gibt es drei Möglichkeiten: Die alten Shows werden umgearbeitet, es werden vorgefertigte Programme eingekauft oder selbst neue produziert. KOMMENTAR

Quelle: RP

 
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