Mettmann: Drachenreiter faszinierte
VON ULLA PANTEL - zuletzt aktualisiert: 09.11.2007Düsseldorf (RPO). Das neue Theaterstück der Mettmanner Knallfrösche bekam stürmischen Beifall.
Die Inszenierung kommt mit viel Musik und farbenfrohen Kulissen daher. 50 Schauspieler sind im Einsatz.Wie man eine ganze Stadthalle voller aufgeregter Grund- und Realschüler begeistert, wissen die Knallfrösche schon lange. Schon beim ersten Scheinwerferlicht auf den noch geschlossenen Vorhang erhob sich ohrenbetäubender Jubel. Dann setzte die Musik ein und es wurde mucksmäuschenstill.
Auf der Bühne liegt Ben, der heimatlose Waisenjunge auf einer Parkbank und träumt merkwürdiges Zeug vom fernen Indus. Eine coole Breakdance-Gruppe führt ihn in die Realität zurück und die Schüler in der vollbesetzten Neandertalhalle sind sofort in Mitmachstimmung und klatschen begeistert mit. Musiklehrer Lebrecht Heidenreich und sieben Schüler der Musikschule begleiten die Aufführung mit Livemusik. Manche der Stücke sind sogar selbstgeschrieben.
Benefiz-Aufführung
Die Benefiz-Aufführung zugunsten des Vereins für das autistische Kind und des Kinderschutzbundes findet heute um 20 Uhr in der Neandertalhalle statt.
Eine weitere Aufführung folgt am Sonntag um 15 Uhr. Karten sind noch an der Abendkasse zu haben.
Reise um die halbe Welt
Mit „Drachenreiter“ nach dem Roman von Cornelia Funke ist den Knallfröschen ein weiteres „Spectakulum“ gelungen. Die zweistündige Aufführung ohne Pause verlangte eine Menge Sitzfleisch von den Kindern. Eine spannende Geschichte und die tollen, malerischen Kostüme und Kulissen fesselten die Aufmerksamkeit der Schüler immer wieder auf Neue. Mitreißende Tanzeinlagen von Mettmann-Sport verhinderten zu große Textlastigkeit. Wenn Ben sich mit dem gutmütigen Drachen Lung und dem stets übelgelaunten Kobold Schwefelfell auf den Weg macht, um die letzten Silberdrachen vor dem bösartigen „Goldenen“ zu retten, führt die Reise um die halbe Welt. Das Reich der Fantasie und die exotische Länder auf dem Weg boten den Knallfröschen viele Gelegenheiten zur aufwändigen Ausstattung: Vom Rattenspeicher geht es zu Fabelwesen und Menschen in Ägypten, nach Indien zum tausendäugigen Orakel und schließlich vom Dach der Welt zum „Saum des Himmels“ mit dramatischem Entscheidungskampf. In den 21 Szenen mit wechselnden Bühnenbildern klappte auch die Koordination vor und hinter den Kulissen reibungslos. Beamer-Projektionen sorgten für passenden Hintergrund und die sechs „Flüge“ des Drachens. Auch der Running-Gag mit Rattenehepaar Grauschwanz durfte nicht fehlen.
Die Geschichte ist auch ein Stück über Einsamkeit und Verrat und über Vertrauen und Freundschaft. 50 Schauspieler, Tänzer und Musiker sind bei den Aufführungen im Einsatz. „Wir sind eine Gruppe. Hier sind alle wichtig“, betonte Regisseurin Helga Höptner. Dennoch gebührt dem 14jährigen Frederik Brumm ein besonderes Lob: Seine Rolle als Drachenreiter Ben erforderte Dauereinsatz, viel Text und Gesangseinlagen. Nicht leicht im wörtlichen Sinne hatte es Ingo Grenzstein. Er steckte stundenlang in dem schweren Drachenkostüm. Den Kobold Schwefelfell spielte Silke Schneider-Köchling und Elke Hornung verkörperte den Gehilfen Fliegenbein.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum