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Mettmann: Drohende Abschiebung

VON CHRISTOPH ZACHARIAS - zuletzt aktualisiert: 06.03.2008

Düsseldorf (RPO). Ein Schwerbehinderter soll wieder nach Mazedonien zurück. Er kam illegal nach Mettmann, um hier mit seiner Frau und seinen beiden Kindern zu leben. Das Verwaltungsgericht stoppte am Dienstag das Verfahren.

Die Familie Mamutovski mit v.l. Sara, Dzulijana Mamutovska, Naser Mamutovski, und Cenlet möchte zusammenbleiben. Sie hoffen auf eine Entscheidung, die ihre schwierige Situation berücksichtigt. Foto: RPO

Naser Mamutovski (31) soll aus der Bundesrepublik Deutschland abgeschoben werden. Er ist schwerbehindert, seine Beine sind verkrüppelt, er kann nicht gehen, besitzt keine Prothesen und ist auf den Rollstuhl angewiesen. Er lebt in Mettmann zusammen mit seiner Frau, die oberschenkelamputiert ist. Sie leidet an einer schweren Durchblutungsstörung. Das Ehepaar Mamutovski hat zwei kleine Töchter, Cenlet (4) und Sara (3). Seine Frau Dzulijana Mamutovski (36) erwartet im April ihr drittes Kind.

Zum Flughafen Düsseldorf

Die Ausländerbehörde hat ihm in einem Brief mit Datum vom 3. März mitgeteilt, dass er sich am 12. März reisefertig an der Wohnung seiner Ehefrau in der Teichstraße in Mettmann bereitzuhalten hat. „Bedienstete meiner Aufenthaltsbehörde bringen Sie von dort zum Flughafen Düsseldorf“, heißt es weiter. Und: „Ich weise Sie darauf hin, dass Ihr Gepäckvolumen ausschließlich auf 20 Kilogramm beschränkt ist. Vorsorglich mache ich darauf aufmerksam, dass Sie für den Fall des Nichtbereitstehens zum genannten Termin in Abschiebehaft nach Paragraph 62 Aufenthaltsgesetz genommen werden können.“ Gestern hat das Verwaltungsgericht die Abschiebung wegen eines Formfehlers untersagt und vorläufig ausgesetzt, teilte Kreisdirektor Martin Richter auf Nachfrage mit. Allerdings ist damit noch nicht klar, ob Naser Mamutovski in Deutschland bleiben darf.

Info

Petitionsausschuss

Der Petitionsausschuss des Landtages wird sich mit dem Fall beschäftigen. Zunächst hieß es vom Kreis, so lange dort keine Entscheidung gefallen sei, werde der Mann nicht abgeschoben.

Die Ausländerbehörde ordnete die Abschiebung dennoch an.

Der Anwalt von Naser Mamutovski hofft nun auf eine humanitäre Entscheidung, damit die Familie in Deutschland zusammen bleiben darf.

Zur Vorgeschichte: Naser und Dzulijana hatten im Jahr 2001 geheiratet. Seine Frau lebt bereits seit 20 Jahren in Deutschland. „Da ich die Trennung von meiner Frau und meinen Kindern nicht mehr ausgehalten habe, bin ich im August 2007 illegal von Mazedonien nach Deutschland eingereist“, sagt Naser. Ohne gültigen Pass und ohne Visum. Er hatte im Oktober 2007 eine Aufenhalterlaubnis, beziehungsweise eine Duldung beantragt. Die Ausländerbehörde hatte ihn am 26. November 2007 auf seine Ausreiseverpflichtung hingewiesen und mitgeteilt, falls er nicht freiwillig Deutschland verlasse, würde er abgeschoben werden. Um eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen, hätte Naser Mamutovski, so sein Anwalt, eine Arbeit aufnehmen und mindestens 1500 Euro verdienen müssen. Er hatte sich bei mehreren Firmen beworben, doch ohne Erfolg.

Naser Mamutovski, der sich überall da, wo kein Aufzug vorhanden ist, mühsam Treppen hochquälen muss und über den Boden rutscht, stehen die Tränen in den Augen. Seine beiden Kinder haben ab August einen Platz im Mettmanner Montessori-Kindergarten. „Ich will nicht von meiner Familie getrennt werden“, sagt er und hofft auf Hilfe. Seine Tochter Sara steht neben ihm und schaut sich scheu um. Sie will mit ihrem Papa auch weiterhin zusammen leben.

Quelle: RP

 
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