Wülfrath: Ein farbiges Jazz-Feuerwerk
VON R. MAIROSE-GUNDERMANN - zuletzt aktualisiert: 04.09.2007Düsseldorf (RPO). Düsseldorfer Chor begeisterte mit Swing, Improvisation und guter Laune in der „Kathedrale“ im Kommunikationscenter Schlupkothen.
Das Publikum erlebte die gespielten Szenen als Premiere. Chorleiterin Barbara Beckmann komponiert und arrangiert.Das „Halleluja“ von Leonard Cohen brach in begeisternder Vielstimmigkeit aus den „Soulville Jazz Singers“ heraus. Weil der Applaus in der bis auf den letzten Platz besetzten „Kathedrale“ des Kommunikations-Centers Schlupkothen nach dem Konzertfinale nicht enden wollte, gab es das mitreißende Stück noch einmal. Die Besucher erlebten ein farbiges Feuerwerk an Swing, Improvisation, guter Laune und ansteckenden Rhythmen. „Zur Philosophie des Chores gehört, dass jeder die Möglichkeit hat, sich auszuprobieren“, sagte die Leiterin des Düsseldorfer Jazz-Chores, Barbara Beckmann. Kommunikation auf der Bühne darzustellen, das sei ihr ein weiteres Anliegen.
Der erste Auftritt
Musikstücke wie „Filthy McNasty“ von Horace Silver und „Straighten up and Fly“ von Nat King Cole wurden so zu bestechend lebhaften Chorszenen. Nur Insider wussten, dass sie in Schlupkothen einer absoluten Premiere beiwohnten. „Nach kleinen Gelegenheiten mit einer Handvoll Sänger ist das heute hier unser erster Auftritt in der Öffentlichkeit“, räumte Barbara Beckmann lächelnd ein. Als sie die Jazz Singers vor zwei Jahren gründete, erfüllte sich die Kabarettistin (angefangen beim „Kom(m)ödchen“), die einst Klavier und Jazz-Klavier studierte, einen lang gehegten Traum. „Ein Herzensprojekt, in das ich alles einbringe.“ Sie schreibt, komponiert, arrangiert selbst. 25 Sängerinnen und Sänger, die jede Menge Rhythmus im Blut haben und den Funken überspringen lassen, gehören inzwischen dazu. Hansjörg Clashausen, Wülfrather Gitarrist und Jazzsänger, stieß vor einem Jahr dazu. „Ein toller Chor. Die wöchentlichen Proben sind anstrengend, aber es macht riesigen Spaß.“ Von seiner Begeisterung ließ sich Ehefrau Ulrike anstecken und avancierte selbst zum Mitglied der Jazz Singers. Das Konzert begann mit dem Intro „Soulville“, herrlich erotisch gesungen von Barbara Beckmann, gefolgt vom Chor „We are Jazz Singers“, wozu Beckmann zur Trompete griff. Auf das Beste begleitet von dem Düsseldorfer Jazz-Pianisten Ralf Butscher und Contrabassist Walfried Böcker brachten die Jazz Singers die „Kathedrale“ zum Klingen. Hohes Sopran-Solo sorgte beim „Tokio Blues“ für japanisches Flair. Verhalten und einfühlsam erklang, „God Bless the Child“. Gershwins „Summertime“, mit Sopransolo und abtröpfelnder Klavierbegleitung, ließ dahinschmelzen.
Amüsante Einlagen
Amüsante solistische Einlagen beim Biker-Traum, „Route 66“, gaben einen Einblick in die Vielfalt Nordamerikas. Sehr schön erklang der Gospel, „He is always close to you.” Eine musikalische Reise entführte zu mazedonischer Volksmusik, mit einem Touch Jazz, und nach Südamerika, mit hinreißendem Samba und Latin Rock von Carlos Santana.
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