Wülfrath: Ein Lied geht um die Welt
VON R. MAIROSE-GUNDERMANN - zuletzt aktualisiert: 13.09.2008Düsseldorf (RPO). Melodien aus alten Zarah-Leander-Filmen und Ufa-Produktionen begeistern das Publikum im Kommunikations-Center Schlupkothen. Ein unvergesslicher Abend für Senioren aus der Bergischen Diakonie Aprath und für Freunde von Hildegard Knef bis Marika Rökk.
Keine Travestie-Show
Die vom Kommunikations-Center Schlupkothen für Sonntag, 21. September, 17 Uhr, angekündigte Travestie-Show „Belinda Chanel & Double Face Revue”, fällt aus.
Es gibt dafür kein Ersatzprogramm, teilte Bernd Kicinski, Chef des Kulturtreffs mit.
Weitere Informationen zum Kulturangebot: www.in-wuelfrath.de
Auf einer Leinwand posieren Filmgrößen vergangener Zeiten. Antiquiertes Mobiliar, Silberleuchter, aufgereihte Federboas und warmes, weiches Scheinwerferlicht geben der Bühne der „Kathedrale“ einen nostalgischen Touch. Der voll besetzte Raum des Kommunikations-Centers Schlupkothen ist erfüllt von unvergesslichen Tonfilm-Ohrwürmern. Elfi Coenders (Gesang) und Helmut Vester (Gitarre), beide selbst hinreißend „oldfashoned“ gekleidet, entführen die Besucher unter dem Motto „Man müsste Klavier spielen können“ in die Zeit der Stars der 20-er bis 40-er Jahre und darüber hinaus.
Tanz auf dem Vulkan
Während Zarah Leander mit großen, leicht verschleierten Augen über die Köpfe der Leute hinweg schaut, singt Elfi Coenders Lieder des einstigen Ufa-Stars – ein bisschen verrucht, ein bisschen lasziv, mal mit einem Augenzwinkern, immer flott, mitreißend, unterhaltsam. Da erklingen Songs wie „Miss Vane…Yes Sir“, „Eine Frau wird erst schön durch die Liebe“ und „Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben.“ Die Sängerin lässt „Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da“ wieder aufleben, womit Gustav Gründgens in „Tanz auf dem Vulkan“ Furore macht. Sie begeistert mit „Ein Lied geht um die Welt“, das Joseph Schmidt berühmt machte, pfeifft wie Ilse Werner in „Wir machen Musik“ und singt vom großen Glück in Anlehnung an Lilian Harvey. Das Repertoire ist schier unerschöpflich.
Es gibt ein Wiederhören mit Liedern von Marika Rökk, Rudolf Forster, Fred Astaire, Hildegard Knef und Willi Forst. Doch damit nicht genug. Coenders und Vester verbinden als gut eingespieltes Team die Musik mit kleinen szenischen Darstellungen und witzigen Dialogen über den Schwall der Gefühle. Helmut Vester, der die Sängerin ebenso einfühlsam wie genial begleitet – ganz besonders beim „Tango Nocturno“– schlüpft zudem in die Rolle von Heinz Rühmann. Für seine Interpretation von „Ich brech die Herzen der stolzesten Frauen“, gibt es Sonderapplaus. Das Publikum hat großen Spaß an der abwechslungsreichen musikalischen Soiree. „Nur nicht aus Liebe weinen…“ Bei diesem rhythmischen, temporeichen Lied, das Zarah Leander einst hochdramatisch in dem Film „Es war eine rauschen Ballnacht“ schmetterte, sind am Ende alle aufgefordert, mitzusingen. Die „Kathedrale“ swingt ansteckend, als sich die Künstler mit „Bei mir bist du scheen“ schließlich verabschieden.
Für einige Besucher war der Abend im Kommunikations-Center etwas ganz Besonderes. Achim Höltke, Sozialer Dienst der Bergischen Diakonie Aprath, kam mit 15 Senioren und fünf Betreuern aus dem Haus-Otto-Ohl und Haus-Heinersdorff. Er hatte ihnen das Programm schmackhaft gemacht. „Das sind Lieder, die die Damen und Herren kennen. So ein Abend unterscheidet sich doch sehr vom Heimalltag“, sagte Höltke.
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