Erkrath: Ein Riesenstück Italien
VON STEPHANIE JOSST - zuletzt aktualisiert: 21.12.2007Düsseldorf (RPO). Der Erkrather Gastronom Michele Di Stasi erschuf die größte Pizza Europas.
Der Erlös aus dem Verkauf des mit 80 Kilo Mehl hergestellten Monstrums geht an das Kinderhaus Sandheide.E fatta – Es ist vollbracht. Am Mittwoch Abend um 22 Uhr wischte sich Gastronom Michele Di Stasi die Schweißperlen von der Stirn und freute sich über einen neuen Rekord. Nach insgesamt zwölf Stunden harter Arbeit war sie endlich fertig, die größte Pizza Europas, von deren Erlös er die rund 60 Kinder des Kinderhauses Sandheide im Januar zum Essen einladen möchte. Es scheint, als habe der Restaurant-Chef von „La Terrazza“ Gefallen an neuen Bestleistungen gefunden.
Im Mai backte er mit 11,21 Metern Länge, immerhin deutscher Rekord, noch verhältnismäßig kleine Pizzen, drei Monate später übertraf er die bisher längste Pizza der Welt mit 180 Metern Länge um satte 2,15 Meter und steht nun im Guinness-Buch der Rekorde. Sein jüngstes „kulinarisches Kunstwerk“ hat einen Durchmesser von sechs Metern und besitzt im Gegensatz zu seiner Weltrekord-Pizza die klassische kreisrunde Form, die schon der Königin Margherita mundete. Somit haben Di Stasi und seine Helfer die alte europäische Bestmarke von 5,19 Metern klar übertroffen.
Idee aus dem Fernsehen
Neuer Rekord Auf die Idee zur längsten Pizza Europas wurde Di Stasi von der Sendung „Galileo“ des Senders Pro 7 gebracht. „Sie sprachen mich an, ob ich dazu Lust hätte.“
Der Sendetermin wird voraussichtlich in der vierten Januarwoche sein.
Im Mai startet der Gastronom bereits seinen nächsten Rekordversuch: Ein 3336 Kilo schwerer Pastateller.
Das Gemüse wurde geworfen
Nachdem der Teig ausgerollt, mit Tomatensoße bestrichen und mit Käse belegt wurde, stand Di Stasi plötzlich vor einer ungeahnten Herausforderung. Um die Massen an roter Paprika, weißen Zwiebeln und dunkelgrünem Rucola auch in die noch unbefleckte Mitte der Riesen-Pizza zu befördern, musste sich der Gastronom ganz schön lang machen, und schließlich das Gemüse einfach werfen. „Italiener haben eben kurze Arme“, scherzte er augenzwinkernd. Auf dem Boden landeten die Zutaten aber nicht, Di Stasi und seine Mitarbeiter stellten sich als sehr zielsicher heraus. „Es gab Überraschungen, die wir vorher nicht einkalkulieren konnten. Aber Herausforderungen machen mir Spaß.“
Extra ein Blech geschweißt
Sehen lassen konnte sich auch die Liste der Zutaten, die eigens für das „Monstrum“ eingekauft worden waren: 80 Kilo Mehl, 30 Kilo Käse, 30 Kilo Tomaten und drei Liter Milch, um nur die Hauptbestandteile zu nennen. Im Wintergarten des Restaurants wurde der Teig auf einem extra für diesen Zweck zusammengeschweißten Blech in Kreisform ausgebreitet. Die Idee für die Backtechnik, stammte von Di Stasi selbst. Über und unter dem riesigen Stahlrondell brachte er jeweils fünf Wärmestrahler an, die der sich zum Backen drehenden Pizza mit 1800 Watt ordentlich einheizten. Probleme mit einer Überlastung des Stromnetzes gab es keine.
Als waschechter Italiener kommt für die Farbe des Belages natürlich nur eine Farbe in Betracht: die Nationalfarben des Stiefellandes, der Tricolore mit Grün, Weiß und Rot. Auch wenn die Pizza nicht im Heimatland entstanden ist.
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