Erkrath: Ein Team für das Rathaus
VON MANFRED MÜSCHENIG - zuletzt aktualisiert: 10.12.2008Düsseldorf (RPO). Die Bürger mit Umweltverantwortung (BmU) nominieren Bernhard Osterwind als Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2009. Er möchte CDU und SPD keine Stimmen weg nehmen.
Mit einem deutlichen Votum (25 von 26 abgegebenen Stimmen, eine Stimme war ungültig) schickt die Mitgliederversammlung der BmU (Bürger mit Umweltverantwortung) Bernhard Osterwind bei der Kommunalwahl 2009 als ihren Kandidaten um das Amt des Bürgermeisters ins Rennen. Ebenso deutlich steht die BmU auch hinter den Kandidaten der Reserveliste, die bis auf eine Enthaltung einstimmig beschlossen wurde.
Wolfgang Cüppers auf der Liste
Auf Platz eins steht Bernhard Osterwind, es folgen Angela Klinkhammer-Neufeind, Wolfgang Cüppers, Monika Hustädt, Christian Ritt und Gerd Paulus. Bei der letzten Kommunalwahl 2004 hatte die BmU vier Ratsmandate errungen. Osterwind zeigte sich zuversichtlich, dass die BmU nächstes Jahr noch zulegen kann.
Von 5,9 auf 9,3 Prozent
Bei der Kommunalwahl 1994 fielen auf die BmU 5,9 Prozent der Stimmen, sie erhielt zwei Sitze im Stadtrat. 1999 konnte die BmU 7,6 Prozent der Stimmen für sich verbuchen, sie bekam drei Ratsmandate.
2004 stimmten 9,3 Prozent der Wähler für die BmU, vier Sitze im Stadtrat waren die Folge. Im Internet ist die BmU unter www-bmu-erkrath.de zu finden.
Leider sei in Erkrath zuletzt die Bürgermeisterfrage sehr in den Vordergrund gerückt, bedauerte Osterwind. Ebenso wichtig seien doch die Inhalte, die man vertrete und das Personal, das diese Inhalte in den politischen Gremien vertritt und umzusetzen versucht. Konstruktiv, kritisch und bürgernah wolle die BmU sein. Dazu gehöre beispielsweise die Aufstellung eines Stadtentwicklungskonzeptes, das die BmU bereits seit zehn Jahren fordert. Solch ein Konzept sei dringend nötig, damit endlich ein strategisches Handeln für Erkrath möglich werde.
Schließlich stehe man vor gewaltigen demographischen Veränderungen, für die die Stadt fit gemacht werden muss: Die Einwohnerzahl wird zurückgehen, die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund hingegen steigen. Auch die Altersstruktur verändert sich. 2020 werde die Zahl der 50-Jährigen noch konstant bleiben, die der über 65-Jährigen aber rasant ansteigen. 10 Prozent der Erkrather seien dann schon über 80 Jahre alt. Darauf müsse sich die Stadt einstellen, beispielsweise Subzentren wieder beleben, forderte der Fraktionsvorsitzende der BmU.
„Überraschung ist möglich“
Um die Weichen richtig zu stellen, sei externer Sachverstand notwendig, der bei Erstellung eines Stadtentwicklungskonzeptes ins Boot geholt werde. Fragen wie „Was geschieht mit dem kleinen Bruchhaus?“, „Müssen wir bei abnehmender Bevölkerungszahl überhaupt noch bauen?“, „Schaden Neubaugebiete nicht dem Altbestand, führt dies nicht zu Wertverlust bei vorhandenen Immobilien?“ konnten in solch einem Konzept beantwortet werden.
Vehement widersprach Osterwind Aussagen, er würde durch seine Kandidatur Arno Werner (CDU) und Detlef Ehlert (SPD) Stimmen wegnehmen. „Die Stimmen gehören ausschließlich dem Wähler und niemals einer Partei“, hob er hervor, und er fühle sich in der Mitte zwischen rechts und links als Unabhängiger recht wohl. Außerdem sei sehr wohl auch eine Überraschung möglich. Schließlich gebe es im Kreis Mettmann bei zehn Städten bereits zwei unabhängige Bürgermeister, die keiner Partei angehören. Osterwind möchte dies auch für Erkrath möglich machen.
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