Wülfrath: Eindrückliche Kunstwerke
VON R. MAIROSE-GUNDERMANN - zuletzt aktualisiert: 13.06.2007Düsseldorf (RPO). Sonne. Kerze. Soßenterrine. Was das miteinander zu tun hat? „Ich habe mich vom Mittagessen inspirieren lassen“, erklärt Reinhard sein in Gips verewigtes Stillleben. Uwe fiel bei der Projekt-Aufgabe zuerst ein Kopf ein, den er rosé bemalte. Andreas entschied sich für kirchliche Symbole und Schriftzüge. „Wenn man sie mit Milch bestreicht, bekommen sie so einen matten, weichen Glanz“, deutet er auf Tafeln in edlem Champagnerton. In der Kirche der Bergischen Diakonie Aprath werden zurzeit 215 unterschiedlichste Votivtafeln in massive Holzkonstruktionen eingepasst. Ergebnisse eines eineinhalbjährigen Projekts des Offenen Ateliers, die unter dem Motto „eindrücklich“ ab Freitagabend in der BDA-Kirche zu sehen sind.
90 Menschen sind beteiligt
Über 90 Menschen waren daran beteiligt – vornehmlich Bewohner des Sozialtherapeutischen Verbunds, des Altenhilfeverbunds, des Kinder- und Jugendverbunds. Menschen mit psychischen Erkrankungen, mit Altersdemenz, verhaltensauffällige Jugendliche. „Von Zeitraum und Anzahl der Menschen unser größtes Projekt bisher“, sagt Claus Klingler, Leiter des Offenen Ateliers, im RP-Gespräch. Hintergrund ist das 125-jährige Bestehen der BDA sowie die an das Offene Atelier herangetragene Idee, etwas zu machen, womit man viele Menschen einbezieht und sich schneller Erfolg einstellt.
Schrittweise lernten die in kleinen Gruppen zusammengefassten Projektteilnehmer, Tonplatten vorzubereiten, ihre Eindrücke in weichem Ton einzubringen, einzukratzen, zu schreiben, sie mit Gips auszugießen und die so entstandenen Relieftafeln farblich zu gestalten. Die haptische Arbeit in weichem Ton, sowie mit Gips, Acryl oder Tusche aus dem vollen zu schöpfen, war für die meisten ein besonderes Vergnügen. „Früher durfte ich mich nie schmutzig machen“, hieß es fröhlich am Rande.
Etwa ein Jahr zu sehen
Eröffnung der Ausstellung „eindrücklich“: Freitag, 15. Juni, 18 Uhr Kirche Bergische Diakonie Aprath.
Begrüßung : Pfarrer Peter Iwand, BDA-Vorstand.
Einführung Elke Voß-Klingler und Claus Klingler, Leiter Offenes Atelier.
Dauer der Ausstellung: Etwa ein Jahr.
Beim Sommerfestes der Diakonie Aprath am Sonntag, 17. Juni, von 12 – 18 Uhr zu sehen.
Vielfalt handwerklicher Arbeit
Die Vielfalt der handwerklichen Tätigkeiten beflügelte insbesondere diejenigen, die sich an Malerei allein nicht herantrauten („Malen kann ich nicht.“) Die gestalterische Vorgabe war, so Klingler, „sehr offen“: Träume, Wünsche, Dinge aus dem Alltag, Lebensumfeld, Kirche.
Das Spektrum der gezeigten Votivtafeln ist bemerkenswert. Jugendliche benutzen Spielfiguren zum Eindruck, Erwachsene Schuhsohlen, Hände. Andere kratzen Impressionen ein. Ein Marokkaner schrieb Zeilen aus einer Sure auf seine Tafel. „Die etwas Fauleren gossen in nassen Sand, weil das schneller ging“, berichtet Elke Voß-Klingler schmunzelnd.
Aus dem Wissen heraus, eine ihrer Tafeln der Ausstellung in der Kirche zu schenken, schufen zahlreiche Männer und Frauen christliche Symbole.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum