Erkrath: Energiefressern auf der Spur
VON STEPHANIE JOSST - zuletzt aktualisiert: 25.02.2008Düsseldorf (RPO). Bei den ersten Erkrather Immobilientagen im Bürgerhaus Hochdahl informierten sich viele Besucher über den neuen Gebäudepass.
Darüber hinaus wurden rund 400 Wohnungen und Häuser von Maklern angeboten. 19 Aussteller lockten zahlreiche Gäste.Fast drei Jahre wurde die Einführung des so genannten Energieausweises schon verschoben. Schuld daran: Jahrelang stritten Verbraucherorganisationen, Architektenverbände sowie die großen Wohnungsbaugesellschaften um die Regeln für den Energiepass. Der 1. Juli 2008 (mit Übergangsfrist bis 1. Oktober 2008) gilt nun als Stichtag, ab dann müssen Hauseigentümer ein vierseitiges Papier vorlegen können, wenn sie ihre Immobilie vermieten oder verkaufen wollen.
Das Dokument verschafft einen Überblick, wie viel Energie das Gebäude pro Quadratmeter Wohnfläche pro Jahr verbraucht. Die Firma a&i, energieeffizientes Bauen, aus Neunkirchen-Vluyn hatte bei den Erkrather Immobilientagen alle Hände voll zu tun, Bürger über dieses Thema zu beraten. Neben Informationen rund um das Thema Energiesparen warteten die Organisatoren Klemens Pütz und Stefan Kunz von der Postbank-Finanzberatung mit insgesamt 19 Ausstellern und verschiedenen Vorträgen auf.
Berater sind befugt
Die Gültigkeitsdauer des Energieausweises beträgt zehn Jahre. Eine Liste über einen Teil der zur Ausstellung des Ausweises befugten Energieberater gibt unter bei der Deutschen Energieagentur (dena).
Wichtig: Sind weder Verkauf noch Neuvermietung geplant, braucht der Eigentümer auch künftig keinen Energiepass. Wer also im Eigenheim wohnt und daran nichts ändern will, muss nichts unternehmen.
Viele Familien mit Kindern zu Gast
Rund 400 Immobilien in Erkrath und Umgebung wurden von verschiedenen Maklerbüros angeboten. „Gerade Familien mit Kindern erschienen sehr zahlreich, um sich nach Wohnalternativen umzuschauen“, erklärte Pütz, der mit der Resonanz der ersten Veranstaltung in Erkrath zufrieden war. Aber gerade das Thema Energieausweis schien bei vielen Besuchern noch mit großen Wissenslücken verbunden.
Die Berater von a&i sowie ein Vortrag der Stadtwerke am Sonntag schafften Aufklärung. Beim Energieausweis kann der Eigentümer zwischen zwei unterschiedlichen Typen wählen.
Bei der verbrauchsorientierten Variante dokumentiert der Pass den aktuellen Verbrauch der bisherigen Bewohner. Kostenpunkt etwa 30 Euro. Die bedarfsorientierte, deutlich aufwendigere Variante, gibt an, wie viel gewonnene Energie das Haus aus Gas, Öl, Fernwärme oder Holzpellets verbraucht. Dafür muss der Immobilieneigentümer mit etwa 400 Euro für ein Einfamilien- und circa 800 Euro für ein Mehrfamilienhaus schon tiefer in die Tasche greifen.
„Verlangt hier ein Aussteller mehr als 1000 Euro, ist wieder Vorsicht geboten“, betont a&i Geschäftsführer Horst Irmler. Außerdem empfehle der Deutsche Mieterbund Interessenten, sich immer einen bedarfsorientierten Ausweis vorlegen zu lassen. Nur dieser erlaube einen guten Vergleich zwischen verschiedenen Gebäuden, unabhängig vom Heizverhalten der Bewohner.
Zweifel sind erlaubt
„Er ist anhand von technischen Daten ermittelt und deshalb neutral“, erklärt Irmler. „Es ist auch sinnvoll darauf zu achten, wer die Daten erhoben hat.“ War es der Eigentümer selbst, sei äußerste Vorsicht geboten und im Zweifel sollte sich der Interessent nach einer neuen Immobilie umschauen.
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