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Mettmann: Entwicklungshilfe in Mali

VON SIMONE KAMPF - zuletzt aktualisiert: 03.11.2009

Düsseldorf (RPO). Drei Jahre arbeitet Gabriele Riedl für den Deutschen Entwicklungsdienst (DED). Die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Mettmann kämpft gegen Aids und gegen die Beschneidung von Frauen.

Entwicklungshelferin Gabiele Riedl.  Foto: Dietrich Janicki
Entwicklungshelferin Gabiele Riedl. Foto: Dietrich Janicki

Mettmann/Erkrath/Wülfrath Es war ein alter Jugendtraum von Gabriele Riedl, ins Ausland zu gehen. Als die langjährige Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Mettmann 2004 nach Afrika reiste, setzte sie ihr Vorhaben schließlich in die Tat um und bewarb sich beim Deutschen Entwicklungsdienst (DED) im Westafrikanischen Mali. Am Mittwoch berichtet sie im Kreishaus in Mettmann über ihre Arbeit.

Im Sommer 2005 begann sie mit der Entwicklungsarbeit in der Kreisstadt Bandiagara, etwa 800 Kilometer von der malischen Hauptstadt Bamako entfernt. Dort wirkte sie als Beraterin der Nichtregierungsorganisation "Groupe de Action et Animation du Sahel" (GAAS) an zahlreichen Unterstützungsprojekten mit, die sich mit den Themen Beschneidung, Aids und Stärkung der Frauenrechte auseinandersetzen. Neben den Aufklärungskampagnen entpuppte sich jedoch das Frauenprojekt zur Ermutigung von Frauen zur Kandidatur für die Kommunalwahl in Mali als ihr wichtigstes Vorhaben. Da die meisten Frauen in der Region nicht lesen und schreiben können, müssen Zusammenhänge mit Hilfe von bunten Bilder, auf denen Menschen abgebildet sind, erklärt werden.

Gabriele Riedls Team der Groupe de Action et Animation du Sahel (GAAS). Foto: Dietrich Janicki

Gesundheitszentrum aufgebaut

Eine große Herausforderung stellte vor allem die Entwicklung von Organisationsstrukturen dar. "Ein Gesundheitszentrum aufzubauen, aber vor allem es zu betreiben, ist ein ganz schönes Stück Arbeit. Dass der Arzt regelmäßig kommt und Patientenakten geführt werden, ist dort nicht selbstverständlich, denn die Menschen müssen erst die Bedeutung solcher routinierten Abläufe verstehen," sagt Riedl.

Damit sich solche Projekte überhaupt realisieren lassen, ist es wichtig, mit den religiösen Führern zusammen zu arbeiten und mit ihnen gemeinsam einen Handlungsplan zu entwerfen. Die Führer haben Einfluss auf die Dorfführer und diese vermitteln die Informationen schließlichden Dorfbewohnern.

Die größten Probleme sieht dieEntwicklungshelferin beim Thema Beschneidung. "Hier etwas zu bewegen, erscheint besonders schwierig, weil es sich um einen Bewusstseinsbildungsprozess handelt, der viele Facetten hat," erklärt Riedl. Oft beeinflussen gesellschaftliche Maßstäbe die Entscheidung der Frauen für eine Beschneidung. Intensive Aufklärung sowie die enge Zusammenarbeit mit den Dorfführern ist hier entscheidend.

Seit Gabriele Riedl aus Mali zurück ist, arbeitet sie wieder für den Kreis Mettmann in der Regionalagentur Düsseldorf bei der Handwerkskammer. Entwicklungshilfe ist aber nicht abgeschlossen. Sie begleitet Projekte und steht mit den Nichtregierungsorganisationen und dem DED in Kontakt. Nach Weihnachten wird sie wieder nach Mali reisen, um Freunde zu besuchen. Menschen, die dieses Ziel verfolgen und in Afrika helfen wollen, rät sie zu Toleranz, Geduld und einer positive Lebenseinstellung.

Mi, 4. Nov., 18 Uhr, Düsseldorfer Str. 26, Kreishaus, Großer Saal

Quelle: RP

 
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