Erkrath: Erdwärme hat Zukunft
VON MONIKA SPANIER - zuletzt aktualisiert: 18.02.2009Düsseldorf (RPO). Die Architekten der bk plan gmbh des neuen Wohngebietes auf dem ehemaligen Hallenbadgrundstück an der Bismarckstraße sind stolz auf den ersten Landespreis für "Energieeffizientes Bauen".
Unter zwölf Architekturbüros, an die NRW-Wirtschafts- und Energieministerin Christa Thoben im K 21 in Düsseldorf den neuen, erstmals vergebenen Landespreis für Architektur, Wohnungs- und Städtebau 2008 überreichte, gehört die bk plan gmbh. Sie hat für die Neue Mitte das ehemalige Hallenbad-Grundstück in Alt-Erkrath entwickelt.
"Wir sind glücklich und stolz über diesen gerade erst aus der Taufe gehobenen ersten Preis für Energieeffizientes Bauen", freute sich gestern Architekt Georg Krautwurst, Geschäftsführer der bk plan. Der mit 5000 Euro dotierte Preis sei "Kompliment und Ansporn" zugleich. Zudem stünden die Erkrather Architekten in einer Riege von Kollegen, die gute Arbeit geleistet haben.
12 aus 34
Eine unabhängige Jury wählte unter Vorsitz des Kasseler Architekten Prof. Manfred Hegger aus 34 Arbeiten zwölf Bauwerke aus.
Diese würden auf besonders überzeugende Weise der Verbindung technischer Notwendigkeiten mit gestalterischen Ansprüchen gerecht. Die Preise sind gleichrangig.
21 Stadthäuser, 16 Wohnungen
An der Bismarckstraße stehen heute 21 Stadthäuser sowie drei Häuser im Geschossbau mit 16 Eigentumswohnungen. "Die angewandte Niedrigenergiebauweise unterschreitet den durch die Energieeinsparverordnung geforderten Jahres-Primärenergiebedarf rechnerisch um mehr als 30 Prozent", sagt Projekt-Architekt Robert Tyborski. Mit Hilfe einer Wärmepumpe und oberflächennaher Energieversorgung wird Wärme über vertikale Erdenergiesonden erzeugt.
Die Erdwärme wird von den Bohrungen über Sammelschächte zur Wärmepumpe im Kellergeschoss eines der Mehrfamilienhäuser geführt. Warmwasser wird für jede Wohnung und jedes Stadthaus separat über eine Warmwasserstation aufbereitet. Die Stadthäuser verfügen über eine kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung. Wärmeverluste werden nach Aussage der Planer auf ein Minimum reduziert.
Vor etwa einem Jahr sind die ersten Bewohner in das Neubaugebiet gegenüber dem alten Werksgelände von Posemarré eingezogen. In den letzten zwei bis drei Monaten sind nach Auskunft von bk plan-Geschäftsführer Georg Krautwurst alle Einheiten fertig geworden. Bei der Vermarktung entspreche der Verkaufsanteil von bislang 25 Prozent allerdings nicht den Wunschvorstellungen der Investoren. Den Preis für ein Stadthaus mit einer Fläche von 147 Quadratmeter (mit Keller) beziffert Georg Krautwurst auf 345 000 Euro und betont: "Wir haben ein sehr gutes Angebot für Familien." Die Wohnanlage am Brockerberg sei hochwertig.
Eine Acrylplakette mit Gravur, die an einem der für ihre Energieeffizienz ausgezeichneten Häuser angebracht wird, soll die Erkrather in Kürze an die Auszeichnung durch das Land erinnern. Hartmut Miksch, Präsident der Architektenkammer NRW, sieht in den Arbeiten hohes Innovationspotenzial.
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