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Mettmann/Erkrath: Erinnerung ans Grauen der Nazis

zuletzt aktualisiert: 23.10.2008

Düsseldorf (RPO). Anfeindungen aushalten

Der Nationalsozialismus in ihrer Heimatstadt Erkrath ist ein Schwerpunkt, mit dem Hanna Eggerath sich in ihren jahrelangen Forschungen auseinandersetzt. Ihr Interesse gilt den Schicksalen von vergessenen Juden und Kommunisten, Geistlichen und behinderten Menschen, die während des Dritten Reiches in Erkrath lebten, verfolgt und ermordet wurden.

In akribischer Archivarbeit und durch Befragung von Zeitzeugen vollzog sie den Todesmarsch von KZ-Insassen durch Erkrath-Hochdahl in den letzten Kriegstagen nach. Sie legte das Schicksal des polnischen „Fremdarbeiters“ Tomasz Brzostowicz offen, der 1940 in Hochdahl wegen eines angeblichen Verhältnisses zu einer deutschen Frau hingerichtet wurde. Sie nahm Kontakt zu dem Bruder des Getöteten auf. Heute ist auf ihre Initiative hin in Erkrath eine Straße nach Brzostowicz benannt.

Eggerath nahm auch Kontakt auf zu dem letzten Überlebenden einer 1944 über Hochdahl abgeschossenen Bomberbesatzung. Vielfältig trägt sie zur Aussöhnung und Völkerverständigung bei. Dazu gehört auch, dass sie sich einsetzte für das Setzen von Stolpersteinen als Erinnerung an die Verfolgten.

Man macht sich unbeliebt, sagt Hanna Eggerath. Nämlich dann, wenn man die dunklen Seiten der Heimatgeschichte nicht ausspart. Oder wenn eine Frau es wagt, die Frage zu stellen, warum es in der Heimatgeschichte wohl nur verdienstvolle Männer gibt. Dass man hierbei aneckt, sagt die frische Trägerin des Rheinlandtalers, müsse man aushalten. Punkt. Keine lange Rechtfertigung, keine Erklärungsversuche. Sie sieht beides als pure Selbstverständlichkeit. So ist es ihr Verdienst, dass sie den Blick geöffnet hat auf eine Vergangenheit, die andere vor ihr nicht wahr haben wollten. Damit trägt sie dazu bei, dass die Menschen ehrlicher mit ihrer Geschichte umgehen und damit mit sich selbst. Heimatforschung ist für Hanna Eggerath keine Heimattümelei. Sie betritt „verbotenes Terrain“. Damit gibt sie anderen ein Beispiel und damit tatsächlich ein Stück Heimat. FIS

Quelle: RP

 
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