Erkrath: Erste Hilfe für den Hund lernen
VON STEPHANIE JOSST - zuletzt aktualisiert: 14.07.2007Düsseldorf (RPO). Reportage Die Tierärztin Dr. Edda Hoffmann zeigt den Halter von Vierbeinern, was im Notfall zu tun ist. Eine Verfärbung der Schleimhäute könnte erstes Alarmzeichen für eine Krankheit sein. Vorsicht ist angesagt, wenn das Tier in Panik gerät.
Es ist elf Uhr morgens. Draußen scheint die Sonne, die Tür zum Clubhaus des Windhunderennvereins Duisburg/Hochdahl steht offen und der Duft der grünen Wiese juckt schon in der Nase. Auf Maxis Gemütszustand hat das schöne Wetter im Moment jedoch keine positive Auswirkung. Artig muss die Hündin an Frauchens Seite bleiben, die zur Zeit nicht auf Maxi, sondern ein menschlichen Wesen fixiert ist.
„Was für ein Hundeleben“
„Was für ein Hundeleben“, mag sich die Podenco-Dame denken, während sich ihre große Schnauze zu einem herzhaften Gähnen öffnet. Der Rest der tierischen Belegschaft tut es ihr gleich. Ein sehnsüchtiger Blick nach draußen schafft Maxi und Konsorten jedoch Gewissheit. „Die Sache hier dauert noch etwas länger.“ Frauchen Tanja hingegen lauscht gespannt den Worten von Tierärztin Dr. Edda Hoffmann, die einen Erste-Hilfe- Kurs für Hundehalter anbietet. „Jeder sollte sich die Buchstaben TAPS merken“, empfiehlt die Veterinärin, um eine schnelle Untersuchung des Tieres zu ermöglichen. „T steht für Temperatur, A für Atmung, P bedeutet Puls und S sind die Schleimhäute.“ Diese sollten eine blassrosa-rote Färbung besitzen, ansonsten muss der Hund schleunigst zum Arzt.
In Seitenlage bringen
Anbieter: Fast alle Tierärzte bieten Erste-Hilfe-Kurse für Tiere an. Auch die Gemeinschaftspraxis von Dr. Edda Hoffmann und Stefanie Metzger an der Karschhauser Straße.
Wichtig bei der Bergung von verletzten Tieren: „Nie über den Rücken rollen, sondern in Seitenlage, wenn möglich langsam auf eine Decke ziehen“, betont Hoffmann. Zunächst sollte der Helfer jedoch feststellen, ob das Tier in Panik ist und beißen könnte.
Eine gelbliche Veränderung deute auf Leberprobleme hin. Blau könne ein Hinweis auf Unterkühlung, Atemnot oder Herzerkrankung sein. Maxis Langeweile hat fürs Erste ein Ende. Der spanische Windhund soll seine Beißerchen präsentieren. Hoffmann schiebt ihre Lippen hoch und betrachtet das Zahnfleisch. „Na bitte, rosa-rot“. Aufatmen bei Frauchen und auch Maxi ist die Erleichterung sichtlich anzusehen. Zähne zeigen ist eine schöne Sache, aber nicht, wenn fremde Finger im Mund herum fummeln. Die Veterinärin schreitet sofort zum nächsten Thema. „Jeder kann ein Tier aus dem Auto befreien, wenn beispielsweise ein Hitzschlag oder Feuer droht“, erklärt sie den verdutzten Zuhörern. Einige nickten überrascht.
Klopfen mit der flachen Hand
Wenn Tiere in Gefahr sind, werden sie im Normalfall sogar kostenlos von der Feuerwehr geborgen. Um dennoch böse Überraschungen zu vermeiden, empfehle sie jedoch im Vorfeld eine telefonische Absprache. Sichtliche Schwierigkeiten machen den Kursteilnehmern noch das Prüfen von Puls und Herzschlag.
„Eigentlich ganz einfach, besonders bei Podencos“, macht Hoffmann den Zuhörern Mut. „Ihr müsst das Klopfen mit der flachen Hand in der Mitte der Oberschenkelinnenseiten ertasten.“ Leichter gesagt, als getan, denken sich Herrchen und Frauchen von Mischling Trixie. „Sie ist hinten tot“, schallt es prompt in den Raum. „Wir können nichts fühlen.“ Doch bereits in der nächsten Sekunde atmen die beiden Hundehalter auf. Trixie ist quicklebendig, doch bei Maxi sträuben sich die Nackenhaare. Aber egal ob Hund oder Versuchskaninchen, da muss sie jetzt durch. Geduldig, aber mit leicht fragendem Gesichtsausdruck lässt sich die Hundedame von der Tierärztin die Vorderpfote verbinden.
Frauchen Tanja ist selbst über die Gelassenheit ihrer „Großen“ überrascht. „Zuhause hat sie in fünf Minuten den Verband beseitigt.“ Heute ist „Schnauze anlegen“ aber gar nicht nötig. Nach der Demonstration wird sofort alles abgewickelt. Maxi ist heil froh und flitzt mit drei Sätzen ins Freie. Pause.
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