Mettmann: Es fehlen Feuerwehrleute
VON CHRISTOPH ZACHARIAS - zuletzt aktualisiert: 26.05.2010Düsseldorf (RPO). Die Mettmanner Wehr legt den Brandschutzbedarfsplan vor. Um optimal Menschenleben retten zu können und um schnell am Einsatzort zu sein, müssen weitere hauptamtliche Kräfte eingestellt werden. Die Unterbringung der Helfer entspricht nicht dem Standard.
Die Mettmanner Feuerwehr hat in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung den Brandschutzbedarfsplan vorgelegt. Er enthält eine Analyse, in der die Dauer der Anfahrtswege zu bestimmten Orten im Stadtgebiet ausgewiesen sind. Ferner sind besondere Gefahrenpunkte aufgeführt. Hintergrund: Jede Gemeinde muss nachweisen, dass sie in bestimmten Fristen mit der Feuerwehr am Einsatzort ist. Wenn nicht, muss nachgebessert werden. Und dies in technischer und personeller Hinsicht.
In acht Minuten am Einsatzort
Hans-Peter Thiel, Leiter der Mettmanner Feuerwache, und Dietmar Wichmann, Chef der Mettmanner Feuerwehr, haben die Aufgaben der Wehr in der Kreisstadt kritisch unter die Lupe genommen. Als Grundlage dient ein angenommener Wohnungsbrand und die damit verbundenen Hilfsfristen und Einsatz-Szenarios.
146 Einsatzkräfte
Die Freiwillige Feuerwehr Mettmann verfügt über insgesamt 146 Einsatzkräfte. 100 hiervon sind ehrenamtlich tätig (Altersdurchschnitt 35,4 Jahre), 46 Kräfte versehen hauptamtlich ihren Einsatzdienst (Altersdurchschnitt 40,4 Jahre).
In der Jugendfeuerwehr sind 26 Jugendliche aktiv.
Ein Mensch, der in einer Wohnung eine Kohlenmonoxid-Vergiftung erlitten hat, muss binnen 17 Minuten wiederbelebt werden. Das heißt: Die Wehr muss in 13 Minuten am Einsatzort eingetroffen sein, um Menschenleben retten zu können. Unterm Strich bleiben den Helfern acht Minuten (von der Alarmierung, Umziehen, Ausrücken) bis zur Fahrt an die Unglücksstelle.
"Geht man davon aus, dass hauptamtliche Kräfte (sie befinden sich in der Feuerwache) eine Minute nach der Alarmierung auf der Leitstelle ausrücken, verbleibt eine Anfahrtzeit von sieben Minuten", so Wichmann. Im günstigsten Fall erreichen die ehrenamtlichen Kräfte nach vier Minuten die Wache, somit bleiben vier Minuten Anfahrtzeit. "In Mettmann hat sich bestätigt, dass 80 Prozent der freiwilligen Feuerwehrleute nach neun bis elf Minuten und später die Wache erreichen." Mit diesem Einsatzpersonal, so Wichmann, ist lediglich die zweite Stufe der Schutzziel-Definition – Eintreffen nach dreizehn Minuten – zu erreichen. Das bedeutet: Die Mettmanner Wehr muss ihre Personalstärke im hauptamtlichen Bereich erhöhen und zwar um sechs Personen. "Wir haben zwei Brandmeister-Anwärter, die vermutlich ab dem 1. Oktober zur Verfügung stehen." Für diese Kräfte müssten zwei zusätzliche Stellen eingerichtet werden. Fehlen also noch vier Helfer. Um diese Lücke zu schließen, ist angedacht, dass sich Rathaus-Mitarbeiter als zusätzliche Feuerwehrkräfte qualifizieren. Sie könnten im Notfall, schnell vom Rathaus zur Feuerwache laufen. Aber: "Es müssten klare Regelungen bei Dienstunterbrechungen im Alarmfall und nach Nachteinsätzen geschaffen werden", sagt Wichmann. Nachgebessert werden muss auch bei der technischen und räumlichen Situation der Wehr: Die Umkleiden und Kleiderschränke sind zu klein, zwei Feuerwehrleute müssen sich einen Spind teilen, die Fahrzeughalle reicht ebenfalls nicht mehr.
"Es fehlt ein geländegängiges Einsatz- und Notfahrzeug, mit dem wir auch im Winter überall hinkommen", sagt Wichmann. Und: Auf der Wunschliste der Wehr steht ein Kleinlöschfahrzeug für Einsätze auf dem Blotschenmarkt und auf dem Heimatfest.
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