Mettmann: Fachkräfte werden gesucht
VON ULLA PANTEL - zuletzt aktualisiert: 18.06.2009Düsseldorf (RPO). Akademisch gebildeter Nachwuchs ist in den Firmen der Region trotz Finanzkrise weiterhin gefragt. Das hat eine Umfrage der Fachhochschule der Wirtschaft ergeben, die im September in Mettmann ihre Studiengänge startet.
Die Nachfrage der Unternehmen nach akademisch gut ausgebildetem Nachwuchs bleibt trotz der Wirtschaftskrise ungebrochen. "Zwar wirkt sich die wirtschaftliche Situation auf das Investitionsverhalten aus – Bildungsinvestitionen bleiben davon jedoch weitestgehend unberührt", kann Professor Dr. Franz Wagner, Präsident der FHDW, feststellen. Grundlage dieses Fazits ist das Ergebnis einer Umfrage, die von der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) von Ende Mai bis Anfang Juni durchgeführt wurde.
50 größere und mittelständische Unternehmen aus dem Raum Düsseldorf und dem Kreis Mettmann hatten an der Befragung teilgenommen. Demnach sind zwar drei von vier Unternehmen spürbar von der Krise betroffen, aber nur die Hälfte gab an, dass dadurch das Investitionsverhalten eingeschränkt sei. Bei den Investitionsentscheidungen im Bildungsbereich antworteten sogar 75 Prozent, dass die aktuelle Krise keine Auswirkungen habe. Zwanzig Prozent planen sogar eine Ausweitung der Bildungsinvestitionen. Die FHDW sieht somit gute Chancen für ihre Bachelor- und Master-Studiengänge.
1993 gegründet
Die FHWD wurde 1993 als erste private Fachhochschule in NRW gegründet. Sie hat Standorte in Paderborn, Bielefeld, Bergisch Gladbach, Dresden und ab Oktober 2009 in Mettmann mit insgesamt ca. 1300 Studierenden und ca. 550 Partnerunternehmen.
Im dualen System wechseln sich Theorie und Praxis alle drei Monate ab.
Talsohle durchschritten
"Die Firmen rüsten sich bereits jetzt für die Zeit nach der Krise. Sie haben erkannt, dass gut ausgebildete Fachkräfte ein wesentliches Potential für den zukünftigen Wirtschaftsstandort Deutschland darstellen", so Wagner. Von den befragten Unternehmen arbeiten 70 Prozent in exportabhängigen Bereichen. Allgemein gehe man davon aus, dass in der Realwirtschaft die Talsohle im Laufe des nächsten Jahres durchschritten sei. Somit wird die private Fachhochschule FHDW mit dem neuen Standort in Mettmann im Herbst unter guten Vorzeichen an den Start gehen. Exakt im Zeitplan befindet sich der Bau des Fachhochschulgebäudes. "Wir können davon ausgehen, das uns das Haus termingerecht im September zur Verfügung steht."
Als große Kooperations-Partnerunternehmen in der Region konnten bisher Henkel und die Victoria-Versicherung gewonnen werden, mit weiteren werden laut Wagner zur Zeit aussichtsreiche Gespräche geführt. Für den ersten Jahrgang der praxisorientierten, dualen Studiengänge stehen mit vier Professoren und weiteren Lehrbeauftragten 40 Plätze in den Bereichen Betriebswirtschaft und angewandte Informatik zur Verfügung. Etwa 30 sind bisher belegt.
Erlass der Gebühren
Die Studiengebühren betragen 595 Euro pro Monat. "Gegen Studiengebühren ist generell nichts zu sagen, wenn die Qualität der Ausbildung stimmt", so Wagner. Allerdings fehle es in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern an Hilfestellungen durch Studienfonds und Stiftungen. Die FHDW selbst fördert zehn Abiturienten mit einem Notendurchschnitt von mindestens 1.7, sowie zehn Fachabiturienten mit einem Durchschnitt von mindestens 1.6 durch den Erlass der Studiengebühren.
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