Wülfrath: Fahrt zur Hölle
VON R. MAIROSE-GUNDERMANN - zuletzt aktualisiert: 29.01.2008Düsseldorf (RPO). Die neue Theaterproduktion der Hauptschule beschäftigt sich mit Fremdenfeindlichkeit und Zivilcourage.
Die Gewalt in der U-Bahn eskaliert beim Stopp im Tunnel.„Eine aktuelle Situation. Passt jetzt alles“, kommentierte Marcel Krohn die neue Theaterproduktion, „Fahrt zur Hölle“, der Hauptschule Wolverothe. Ein spannendes Stück über Fremdenfeindlichkeit, Opportunismus und Zivilcourage, das aber durch komische Einlagen und kleine Regiegags auch mal schmunzeln lässt. Gestern fand im Jugendhaus vor eigenen neunten Klassen und einer siebten der Pestalozzi-Hauptschule, Velbert, die Vorpremiere statt.
Was in dem Stück von Peter Geierhaas und Fredi Öttl – Regie Lehrerin Walburga Lambrecht und Theaterpädagogin Ute Kranz – passiert, kann im Alltag so oder ähnlich jederzeit geschehen. Ort der Handlung ist eine U-Bahn. Originalpolstersitze und technisches Equipment, die der Bundesbahnbetriebshof Düsseldorf und das Signalwerk Vohwinkel der Theatergruppe zur Verfügung stellten, machen die Inszenierung noch einen Touch realistischer.
Vier Aufführungen
Die Premiere steigt heute um 10 Uhr.
Weitere Aufführungen sind heute um 12 Uhr sowie zweimal am Mittwoch, 30. Januar, um 10 und um 19 Uhr.
Gespielt werden alle Aufführungen im Jugendhaus, in den Eschen, Wülfrath.
Außerdem: Teilnahme am SATT 22 Festival, 30. Mai-7. Juni, in Velbert- Langenberg.
Geige zerbricht
Inhalt: In einem Abteil haben sich unterschiedlichste Personen niedergelassen. Alle haben sich auf eine mehr oder weniger kurze Fahrt eingestellt. Ein Ehepaar auf dem Heimweg von einer Betriebsfeier, eine Musikstudentin, eine Ausländerin, ein Junkie, ein Penner. Als zwei rechtsradikale Mädchen dazu stoßen gibt es heftigen Stress. Sie zerbrechen die Geige der Studentin, legen sich mit einer Polin an. Die Ehefrau will sich einschalten, wird von ihrem Mann zurückgehalten. Dann sehen zwei Fahrkartenkontrolleure zwischen all den Schwarzfahrern für sich keine Chance. Schließlich bleibt mitten im Tunnel die Bahn stehen. Panik, Gewalt, die Situation eskaliert. Die Schülerinnen und Schüler der Hauptschule hatten sich seit dem Schuljahr 2007/08 in die Theaterarbeit gekniet. Wöchentlich wurde geprobt, während der Projektwoche, 21.-25. Januar, jeden Tag und besonders intensiv. Bei der Vorpremiere war das Lampenfieber groß. Da konnten schon mal kleine Versprecher passieren. Trotzdem: Großen Respekt vor dem sehr überzeugenden Spiel und den zu lernenden Textmengen! Das Publikum wusste das auch zu schätzen, folgte der Aufführung konzentriert und spendete nach gut 30 Minuten Spielzeit viel Applaus.
Walburga Lambrecht hielt anschließend Manöverkritik. „Wir proben noch mal. Morgen, bei der richtigen Premiere, wird alles noch besser“, verriet Achtklässler Yanik Kinder, der in dem Stück den Ehemann spielt, im RP-Gespräch.
Es spielen mit (aus Klassen 8-10) Katharina Scheller, Yanik Kinder, Denise Zündorf, Olimpia Grosch, Isabella Serafini, Syntia Jagus, Violetta Grosch, Marvin Kippenberg, Kevin Brüning, Christoph Surowy, Roy Zytnicki. Technik: Marcel Krohn, Lucas Lippitz. Regieassistenz: Saniye Sürücü, Schulsozialarbeiter Richard Starck.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum