Erkrath: Feuer und Demo gegen CO
VON MANFRED MÜSCHENIG - zuletzt aktualisiert: 04.05.2009Düsseldorf (RPO). Pipeline-Gegner brannten zwischen blühendem Raps ein Mahnfeuer gegen Bayers Gasleitung ab.
Landrat Thomas Hendele: Der Kreis wird Privatkläger auch in der nächsten Instanz unterstützen, falls nötig.Hoch loderten die Flammen des Protestfeuers gegen die CO-Pipeline zwischen dem blühenden Raps in den Abendhimmel. Es ist einer der höchsten Punkte Erkraths, von dem aus bei klarer Sicht der Kölner Dom gut zu erkennen ist. Und so dürfte das Feuer auch von Leverkusen aus zu sehen gewesen sein, dem Standort von Bayer, dem der Protest galt.
Etwa 300 Personen hatten sich dem Protestzug gegen die Bayer-CO-Pipeline vom Maiblümchen in Unterfeldhaus hinauf auf die Anhöhe angeschlossen, allen voran Erkraths Bürgermeister Arno Werner und Landrat Thomas Hendele mit einem Transparent, auf dem der Baustopp gefordert wurde. Nicht nur Bürger aus Erkrath waren dabei, auch aus anderen betroffenen Orten wie Hilden und Duisburg waren Teilnehmer angereist. Die Kommunalpolitik war zahlreich vertreten. Während des Zuges wurde das Erkrather Mitglied des Stadtrats, Bernhard Osterwind, nicht müde, mittels Megaphon den Sprechgesang anzuheizen. Aus dem Zug kam das Echo: "Weg, weg, weg mit der Pipeline".
Protest der 67 Frauen
Die nächste Protestveranstaltung gegen die Pipeline plant die Familienheimsiedlung am Lehmkuhler Weg in Hilden.
Motto: 67 Frauen gegen 67 Kilometer Pipeline. Am 7. Mai um 15 Uhr pflanzen sie an der Ecke Richrather Straße/Salzmannweg einen Baum des Nicht-Vergessens.
Sirenen und Martinshörner
Sirenengeheul und Martinshornklänge empfingen die Teilnehmer auf der Anhöhe. Man wolle zeigen, auf was sich die Bürger bei einem Gorßschaden an der Leitung einstellen müssten, merkte Wolfgang Cüppers an, Sprecher der Erkrather Initiative gegen die CO-Leitung.
Landrat Thomas Hendele berichtete, dass intensiv an dem 130 Seiten starken Begründungsschreiben gearbeitet wurde, in dem aufgelistete ist, warum die Pipeline abgelehnt wird. Eines der Hauptargumente sei immer noch, dass niemals geprüft wurde, ob das Gas, dass man in Uerdingen für die Produktion brauche, nicht auch dort vor Ort hergestellt werden kann. Auch eine alternative Trasse auf der anderen Rheinseite sei nicht ernsthaft geprüft worden. Und als drittes Argument gegen den Betrieb der Leitung führte Hendele die mangelhafte Bauausführung an.
"Das ist mehr oder weniger Murks, was dort gemacht wurde", sagte der Landrat. Bürgermeister Werner widersprach den Pipeline-Befürwortern, die Stadt hätte sich nicht rechtzeitig zu Wort gemeldet. "Wir haben uns schon Ende 2005 im Planfeststellungsverfahren dagegen ausgesprochen." Selbst wenn das Verwaltungsgericht grünes Licht für den Betrieb geben sollte, sei nichts verloren. Hendele: "Der Kreis wird Privatkläger auch in der nächsten Instanz unterstützen".
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