Wülfrath: Feuer unterm Dach
VON JOCHEN DELPHENDAHL - zuletzt aktualisiert: 13.08.2008Düsseldorf (RPO). Sirenenalarm: Eine Küche brannte im Dachgeschoss eines Wohnhauses an der Kastanienallee.
Die Wohnung einer jungen Familie ist nicht mehr bewohnbar.Der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses an der Kastanienallee brennt, meldete gestern gegen 10.05 Uhr ein Anwohner. Die Feuerwehr gab Sirenenalarm. 25 Feuerwehrleute rückten mit sechs Fahrzeugen aus, zeitgleich Polizisten mit vier Einsatzwagen, um die Straße zwischen Holunder- und Erlenweg komplett zu zu sperren. Die ersten Einsatzkräfte sahen, wie Rauchschwaden aus der Dachgeschosswohnung eines Hauses in der zweiten Reihe an der Kastanienallee drang. Wegen der starken Rauchentwicklung wurde das Sechs-Parteien-Haus evakuiert.
Unter schwerem Atemschutz rückten zwei Trupps vor, einer durchs Treppenhaus und einer über die Drehleiter und das Dach. Die Wohnungstür wurde aufgebrochen, ein Fenster eingeschlagen. Der Brand in der Küche war schnell gelöscht. In der völlig verqualmten Wohnung hielten sich keine Menschen auf. „Gottseidank wurde niemand verletzt“, stellte ein Feuerwehrmann erleichtert fest.
Brandursache unklar
Nach ersten polizeilichen Feststellungen war das Feuer in der Küche aus noch ungeklärter Ursache im Bereich des Herdes ausgebrochen, bevor es auf darüber befindliche Hängeschränke übergriff.
Brandexperten der Polizei versuchen zu ermitteln, ob der Küchenherd eingeschaltet war oder ob ein technischer Defekt Brandursache sein könnte.
Auch die Schadenshöhe konnte die Polizei gestern nicht beziffern.
Acht Monate altes Kind
Inzwischen waren die Bewohner der Wohnung, ein junges Ehepaar, benachrichtigt worden. Die Ehefrau war mit ihrem acht Monate alten Baby und ihrer Mutter in Erkrath zum Einkaufen unterwegs, als ihr Handy klingelte und sie die erschreckende Botschaft erhielt. Als erster traf ihr Vater am Brandort ein, wenig später auch die junge Frau. Stadtbrandmeister René Rahner erklärte der Wohnungsinhaberin die Lage und versuchte, sie zu beruhigen. Als ihre Mutter mit dem kleinen Mädchen hinzukam, hatte sich die junge Frau schon wieder etwas gefasst. „Wir können bei meinen Eltern in Mettmann wohnen“, sagte sie mit Blick auf die Tatsache, dass ihre Wohnung nicht mehr bewohnbar ist.
„Die Küche ist völlig zerstört“, stellte Einsatzleiter Rahner fest. Wasserschäden im Haus gebe es keine, weil gezielt mit wenig Löschwasser gearbeitet wurde. Eine Vorgehensweise, die seit einigen Jahren üblich ist. Die Wohnung sei allerdings so stark verraucht, dass ein größerer Schaden befürchtet werden müsse, stellte der Stadtbrandmeister fest. Feuerwehrleute warfen Teile der Kücheneinrichtung aus dem Fenster auf den Rasen am Haus und suchten nach Brandnestern.
Straße gesperrt: Busse betroffen
Die Zahl der Schaulustigen hielt sich in Grenzen, da in der Vormittagszeit viele Menschen sich am Arbeitsplatz aufhielten. Auch in dem dreistöckigen Gebäude hatten sich nur wenige Bewohner aufgehalten. Gegen 11.25 Uhr war der Einsatz beendet und die Polizei konnte die Straßensperrung wieder aufheben, von der auch Linienbusse betroffen waren.
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