Erkrath: Feuerwehr: Ehrenamt wird nicht anerkannt
VON TINA BRUNSSEN - zuletzt aktualisiert: 01.09.2010Düsseldorf (RPO). Hoher Besuch bei der Erkrather Feuerwehr. Der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) nahm sich mehr als eine Stunde Zeit, um mit den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr über ihre Sorgen und Nöte zu diskutieren. Neben finanziellen Kürzungen, Problemen mit der Unfallversicherung und fehlenden Plätzen für Übungen, lag ihnen besonders die in der Bevölkerung offenbar nachlassende Bedeutung ihres ehrenamtlichen Einsatzes am Herzen. Sowohl von Politikern als auch von den Bürgern, würden sie zunehmend als bloße Dienstleister verstanden. Dabei rücken mit vielen Einsätzen der Berufsfeuerwehr auch viele der etwa 100 Ehrenamtler aus. Sie verlassen ihren Arbeitsplatz, ihre Familienfeier oder schrecken aus dem Schlaf hoch, wenn es irgendwo brennt oder Menschenleben in Gefahr ist.
"Ohne das Ehrenamt würde es in der Gesellschaft nicht nur kälter, sondern sie würde auch nicht mehr funktionieren", sagte Steinbrück und hob die zahlreichen Einsatzgebiete hervor. Neben Brandeinsätzen gehören auch technische Hilfeleistungen, Erstversorgung, Rettungsdiensteinsätze und Krankentransport zu den Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr. Doch genau diese Freiwilligkeit der Helfer scheint immer mehr in Vergessenheit zu geraten. "Früher wurden die Helfer auch schon mal zum Grillen eingeladen, nachdem sie dort im Einsatz waren oder ihnen wurde ein Kasten Wasser bereitgestellt", berichten die Freiwillige Feuerwehrleute im Gespräch mit Steinbrück.
Bei einem ihrer letzten Einsätze sollten die Helfer für Wasserflaschen sogar noch bezahlen, nachdem sie den mit Wasser und Fäkalien vollgelaufenen Keller des Betroffenen ausgepumpt hatten. Ähnliche Erfahrungen mussten auch andere Einsatzkräfte machen: Sie wurden sogar mit Feuerwerkskörpern beworfen. Auch Vergünstigungen für städtische Einrichtungen, wie beispielsweise freier Eintritt in das Erkrather Neanderbad , seien weggefallen.
Die Feuerwehrmänner und -frauen betonten, dass sie alle sehr gern im Einsatz sind, die Gemeinschaft untereinander schätzen und ihre Aufgabe für die Gesellschaft gern erfüllen. Allerdings wünschen sie sich ein bisschen mehr Akzeptanz und hier und da einen Schulterklopfer für ihre Arbeit.
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