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Erkrath: Feuerwehr wirbt mit Fortuna

VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 27.10.2012
Im Fortuna-Fanblock sind bei Heimspielen auch Feuerwehrleute aus Erkrath zu finden. Tickets bekommen sie als Dank für ihre Arbeit.  Foto:  dapd
Im Fortuna-Fanblock sind bei Heimspielen auch Feuerwehrleute aus Erkrath zu finden. Tickets bekommen sie als Dank für ihre Arbeit. Foto: dapd

Erkrath (RP). Um Helfer an die Freiwillige Feuerwehr zu binden, bietet Erkrath unter anderem Dauerkarten für die Heimspiele von Fortuna Düsseldorf an. Auch den Führerschein können sich die Ehrenamtler bezahlen lassen.

Seit einigen Wochen kann man in den Reihen der Fortuna-Düsseldorf-Fans bei Heimspielen mindestens fünf Feuerwehrleute aus Erkrath entdecken. Sie nutzen Dauerkarten für Heimspiele der Mannschaft, die die Stadt Erkrath ihnen zur Verfügung gestellt hat. Das Ganze ist eine Idee, um Ehrenamtler an die Feuerwehr zu binden und neue Kräfte zu werben. Denn die Stadt Erkrath braucht Freiwillige, um das im Jahr 2005 aufgestellte Brandschutzkonzept einhalten zu können. Nur wenn genug Ehrenamtler die hauptamtlichen Kräfte unterstützen, sind die Löschzüge pünktlich und in einer Stärke am Brandort, wie es der Plan vorsieht.

"Wir brauchen dringend Leute", sagt Feuerwehrchef Guido Vogt. Derzeit arbeiten etwa 90 Freiwillige mit, zudem gibt es 68 hauptamtliche Kräfte. Rein rechnerisch braucht man eine Überdeckung von 300 Prozent, um im Einsatzfall schnell genug und mit genug Kräften vor Ort zu sein. Denn tagsüber zum Beispiel kann einfach nicht jeder Feuerwehrmann helfen: Wer in einem anderen Ort arbeitet, scheidet schon mal aus. Demzufolge wären 190 Kräfte nötig. Das Schutzziel der Erkrather Feuerwehr ist es, innerhalb von acht Minuten mit zehn Einsatzkräften am Brandort zu sein. Nach weiteren fünf Minuten sollen zusätzliche sechs Helfer eintreffen.

Info

Entschädigung

Die Führungskräfte der Freiwilligen Feuerwehr erhalten seit zehn Jahren eine Aufwandsentschädigung, die sich an der von Ratsmitgliedern orientiert.

Der Leiter der Feuerwehr bekommt wie ein Ratsmitglied 169 Euro pro Monat. Seine Stellvertreter erhalten die Hälfte.

Die Zugführer der Löschzüge und der Stadtjugendfeuerwehrwart bekommen 56,33 Euro pro Monat.

Die stellvertretenden Zugführer und die Jugendwarte jeweils die Hälfte (28,17 Euro).

Tagsüber zu wenig Einsatzkräfte

"Es ist keine Situation, die wir erst seit heute diskutieren", erklärt Helmuth Hentschel, Leiter des Bauaufsichtsamtes und zuständig für die Feuerwehr, die Suche nach Freiwilligen. "Viele Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr arbeiten nicht in Erkrath. Tagsüber haben wir Probleme, das Schutzziel zu erreichen." Mit Angeboten wie den Fortuna-Karten oder Vergünstigungen will die Stadt die Mitarbeit bei der Feuerwehr attraktiver machen. Dabei bekommt nicht der beste oder schnellste Feuerwehrmann eine Dauerkarte für die Saison, sondern innerhalb der Feuerwehr können die nicht-personalisierten Karten herumgereicht werden. "Das ist eine gute Motivation für Leute, die immer im Dienst sind", findet Hentschel. Die Stadt habe nicht bestimmt, was geschenkt wird: "Wir haben die Ehrenamtlichen gefragt, was sie haben wollen." Herausgekommen sind jeweils drei Dauerkarten für Borussia Mönchengladbach und die DEG Metro Stars, jeweils sechs Tickets pro Veranstaltung des Kulturamtes, 30 Eintrittskarten für das Schauspielhaus Düsseldorf, 20 für die Tonhalle und 16 für die Oper. Zudem gibt es pro Jahr 200 Kino-Gutscheine für eine große Kino-Kette, die bundesweit genutzt werden können.

Günstiger Fitnessstudio-Besuch

In einem örtlichen Fitnessstudio trainieren Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr zum vergünstigten Preis. Die Differenz zum normalen Beitrag übernimmt die Stadt. 21 Feuerwehrleute nutzen das Angebot. Die Ehrenamtler können kostenfrei das Neanderbad besuchen. Attraktiv für junge Menschen ist ein Angebot, die Kosten für den Führerschein der Klasse B bis zu 1400 Euro von der Stadt übernehmen zu lassen. Vier Feuerwehrleute nutzen dies derzeit. Sollten sie anschließend nicht für mindestens fünf Jahre in den aktiven Feuerwehrdienst wechseln, müssen sie das Geld anteilig zurückzahlen. Auch der Lkw-Führerschein kann zu diesen Konditionen gemacht werden.

Quelle: RP/ac
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