Mettmann: Finanznot bedroht Kirche
VON STEFAN MÜLDERS - zuletzt aktualisiert: 18.08.2006Düsseldorf (RPO). In Hösel trat der Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann zur Sondersynode zusammen. Gemeinden sollen über Anstellung von Pfarrern und Kirchenmusikern nicht mehr alleine entscheiden dürfen.
Mettmann/Düsseldorf „Wir sind hier in Mettmann noch in einer sehr guten Situation“, sagte Superintendent Frank Weber mit Blick auf die knappen Finanzen auf einer Sondersynode des Kirchenkreises Düsseldorf – Mettmann in Hösel. „Andere Gemeinden haben schon das Problem, dass sie sich Kirchenmusiker nicht mehr leisten können oder Kirchen ganz geschlossen werden müssen. Bei uns kommt diese Entwicklung mit Verzögerung an, aber sie wird schon bald einsetzen.“ Daher wäre der Kirchenkreis noch in der glücklichen Lage, agieren zu können und nicht reagieren zu müssen.
Ausweg aus der Finanznot gesucht
So geht’s weiter
Bis zum 31. August müssen die rund 40 Kirchenkreise ihre Stellungnahmen an die Landesebene gegeben haben.
Diese werden anschließend in weiteren Arbeitsgruppen zusammengetragen, diskutiert und zu neuen, beschlussfähigen Vorschlägen aufbereitet.
Im Januar findet die Landessynode in Bad Neuenahr statt, auf der abschließend die neuen Strukturen und Regelungen verabschiedet werden.
Es ist kein einfacher Prozess, den die Gremien der evangelischen Kirche im Rheinland zurzeit durchmachen. Seit Anfang des Jahres liegen die Vorschläge der Landeskirche auf dem Tisch, die den Weg aus finanziellen Notständen bedeuten sollen. Diese mussten in den einzelnen Gemeinden diskutiert und dann in die Kreissynoden eingebracht werden. Der Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann ist einer der letzten, der jetzt in Hösel zur Sondersynode zusammenkam und seine Vorschläge für die Landesebene diskutierte.
Der demokratische Aufbau ist eines der entscheidenden Details, der die evangelische von der katholischen Kirche unterscheidet. Aber er macht derartige Entscheidungsprozesse eben auch so schwierig. Die einzelnen Presbyterien haben sehr große Befugnisse und Entscheidungsgewalt. Und auch darum geht es in den Entwürfen der Landeskirche. Zum Beispiel sollen die einzelnen Gemeinden nicht mehr wie bisher über vieles ganz alleine entscheiden dürfen. Über die Einstellung von Kirchenmusikern oder Pfarrern beispielsweise.
Ein weiteres, scharf diskutiertes, Feld ist der Umgang mit theologischem Nachwuchs. In Zukunft sollen pro Jahr im Rheinland nur noch fünf Pfarrerstellen neu besetzt werden. „Das entspricht fünf Prozent der Bewerber“, weiß Vikar Hubertus Kuhns. Schon jetzt stellt sich die Situation dramatisch dar. Im letzten Jahr wurden im gesamten Rheinland mit 800 Gemeinden nur 20 Stellen ausgeschrieben. Schärfere Zugangsbeschränkungen sollen zukünftig regeln, dass es für die geringe Zahl neuer Arbeitsplätze auch weniger Bewerber gibt. Dagegen wehrt sich der Nachwuchs und fordert außerdem, schon in der Vorstufe zum Pfarrer in ein Angestelltenverhältnis zu kommen und so zumindest Ansprüche auf Arbeitslosengeld zu haben. Zudem erwarten sie, dass endlich die Ausbildung zertifiziert wird und sie sich in anderen Branchen bewerben können.
Stellungnahme Kreissynode
In Arbeitsgruppen wurden die Vorschläge der Presbyterien diskutiert und zu einer Stellungnahme der Kreissynode zusammengefasst. Diese werden an die evangelische Kirche im Rheinland gegeben. KOMMENTAR
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