Erkrath: Flugzeugmotor wird Denkmal
VON MANFRED MÜSCHENIG - zuletzt aktualisiert: 27.07.2010Düsseldorf (RPO). Im Zweiten Weltkrieg stürzte der Kanadier Clark McPhee mit seiner Halifax über Erkrath ab – und überlebte. Der Enkel des Fliegers, Mark McPhee, besucht den Lokschuppen, vor dem der Motor der Unglücksmaschine steht.
Wäre sein Großvater 1944 beim Rückflug nach einem Bombenangriff im Ruhrgebiet nicht über Trills abgeschossen worden, den 26-jährigen Kanadier Mark McPhee hätte es vermutlich nie im Leben nach Erkrath verschlagen. So aber nutzte er seine mehrwöchige Reise durch Europa, bei der er vor allem auf Spurensuche nach den Wurzeln seinen Vorfahren ging, zu einem Abstecher in die Kleinstadt, die auch für ihn schicksalsträchtig war. Schließlich war sein Opa einer von den beiden Besatzungsmitgliedern der abgeschossenen Halifax, die damals den Absturz überlebten. Und diesem glücklichen Umstand hat der junge Kanadier sein eigenes Leben zu verdanken. Nur weil Sergeant Jim McPhee, damals gerade 19 Jahre alt, kurz nach dem Krieg wieder nach Kanada zurückkehrte, konnte er dort eine Familie gründen, konnte Kinder und Enkel bekommen.
Vortrag und Konzert
Am Mittwoch, 4. August, soll gegen 17.30 Uhr das Denkmal zur Erinnerung an den Absturz der Halifax NP810-EQ-H offiziell freigegeben werden.
Um 16 Uhr soll im Lokschuppen in einem Diavortrag die Geschichte dazu präsentiert werden. Und ab 18 Uhr werden der Männerchor Hochdahl der Hochdahler Frauenchor und ein Männerchor aus dem britischen Bristol gemeinsam ein Konzert im Lokschuppen geben. Der Eintritt dazu ist frei.
Stippvisite auf der Europareise
Nachdem die Erkrather Heimatforscherin Hanna Eggerath 1986 auf einer Wiese bei Gut Clef über einen der Motoren der Halifax gestolpert war und sie etwas später davon dem Düsseldorfer Thomas Boller (ebenfalls wie Eggerath ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger) erzählte, geriet eine Geschichte ins Rollen. Sie gipfelte in einem Buch über die Geschichte der abgeschossenen Maschine und führte zu einer Freundschaft mit dem letzten Überlebenden des Ereignisses. Nach umfangreichen Recherchen knüpften Eggerath und Boller Kontakte zu Mc Phee sowie zu John Clark, Sohn des Bordingenieurs, der damals bei dem Absturz ums Leben kam. Schließlich begrüßten sie Clark und McPhee vor einigen Jahren zu einem Besuch in Hochdahl begrüßen. Boller und seine Freundin Tina Butzong halten seitdem regelmäßig Kontakt zu McPhee, der mit seinen 86 Jahren die weite Reise nach Erkrath allerdings nicht mehr auf sich nehmen möchte. Stattdessen legte er seinem Enkel ans Herz, die Freunde in Deutschland auf seiner Tour zu besuchen.
So nutzte der junge Kanadier die Gelegenheit, den inzwischen als Denkmal am Lokschuppen aufgestellten alten Motor des Bombers in Augenschein zu nehmen. Anschließend setzt er seine Reise fort, um Freunde in Frankfurt zu besuchen sowie weitere schöne Flecken von Deutschland und Frankreich kennenzulernen, bevor es zurück nach Vancouver geht. Dort beginnt er im Herbst ein Jurastudium.
Vor seinem Deutschland-Besuch war er bereits in Italien, wo die Vorfahren seiner Oma lebten, und in Schottland, wo im Raum Paisley die Familie des Opas ihre Wurzeln hat. Besonders beeindruckten ihn dort idyllischen kleinen Örtchen. Sicher wird er seinem Opa nach seiner Rückkehr eine Menge von Europa erzählen.
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