Wülfrath: Freude hat viele Gesichter
VON JOCHEN DELPHENDAHL - zuletzt aktualisiert: 21.02.2012Wülfrath (RP). Fast 6000 Närrinnen und Narren säumen den Wegesrand des Zuges. 20 Gruppen sind mit Wagen oder zu Fuß im närrischen Lindwurm dabei und freuen sich über den Sonnenschein.
Mit Kind und Kegel zogen Jecke in Horden und in bester Laune zum Rohdenhauser Rosenmontagszug. Als sich die 20 Gruppen zu Fuß oder mit Wagen am Paul-Ludowigs-Haus in Bewegung setzten, warteten an den Straßenrändern bereits 5000 bis 6000 Närrinnen und Narren, so die Schätzung von Wülfraths Polizeichef Ulrich Kessler. Er und seine fünf Kollegen hatten keinerlei Probleme, den Frohsinn in geordneten Bahnen zu halten.
Angeführt wurde der karnevalistische Lindwurm von den Gruppen der Kalkstadt Narren, die den Zug seit mehr als drei Jahrzehnten organisieren. Mitten zwischen ihnen sorgte der Nevigeser Fanfarenzug für Stimmung, und weiter hinten die Blaskapelle für jecke Tön.
Vorfall im Linienbus
Auf dem Weg zu Wache wurden Polizisten von einem Linienbusfahrer angesprochen.
Dieser fühlte sich von 30 jungen Leuten angemacht, die auf dem Weg zur Fete im Paul-Ludowigs-Haus "nur feiern wollten".
Die Sache wurde friedlich geregelt, die Narren mussten den Rest des Weges zur Party laufen.
Leckeres "TBW-Sahneschnittchen"
Erstmals nach vielen Jahren Pause wieder dabei waren die Motorsportfreunde Neandertal, begleitet von Willi und Sabine Schaefer im (fast) originalen Neandertaler-Outfit. Bereits zum 11. Mal beteiligte sich der Turnerbund Wülfrath (TBW) mit einer Gruppe, unter anderem einem leckeren "TBW-Sahneschnittchen" (auf zwei Beinen). Ein Anhänger voll Frauenpower kam mit den Düsseler Zicken daher, die diesmal als Hexen ihr Unwesen trieben. Die Flöckenchengarde ist schon seit Jahren dabei, ebenso die "Creme de la WÜ", bei der die Frauen zwar einen Grünstich hatten, der ihnen jedoch sehr gut stand.
Den "Euro-Rettungsschirm" hatte der Schützenverein Wülfrath aufgespannt. "Eurokrise her und hin, Sparen hat doch keinen Sinn, wir räumen unser Sparschwein aus und machen viel Kamelle draus", lautete ihr Karnevals-Slogan.
Auch ohne Blaulicht und Tatütata war der Wagen der Feuerwehr nicht zu übersehen. Allerdings verschwand er dann und wann in einer selbst erzeugten Qualmwolke. Aus Neviges war erstmals der Rollsportverein vertreten. "Wülfrath pro" machte mit Essen auf Rädern Reklame für seine Gourmetmeile. Schauspieler von Theater Minestrone erinnerten in ihren Kostümen an ihr Musical "Ritter Rost und Prinz Protz".
Vor dem Hauptquartier der Kalkstadt Narren, den ehemaligen Sparkassenräumen, kündigte Jürgen Sametat – begleitet von Musik – die einzelnen Gruppen an und forderte das Narrenvolk (erfolgreich) auf, diese mit Helau zu begrüßen.
Am Zugende fuhr einmal mehr ein Wagen des DRK, das mit vielen Helfern im Einsatz war. Zum Glück wurden sie nicht gebraucht.
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum