Mettmann: Frischfleisch aus Metzkausen
VON KLAUS MÜLLER - zuletzt aktualisiert: 15.10.2009Düsseldorf (RPO). In der Metzgerei Kluke wird jetzt wieder selbst geschlachtet. Metzgermeister Thomas Kluke hat eine entsprechende EU-Zulassung erhalten. Die hygienischen Auflagen sind besonders streng.
Es ist schon einige Jahre her, dass in der Metzgerei Kluke in an der Homberger Straße 2 in Metzkausen selbst geschlachtet wurde. Fleischermeister Thomas Kluke, der 1997 die Metzgerei von seinem verstorbenen Vater übernommen hatte, hat sich entschlossen, den Schlachtbetrieb wieder aufzunehmen. "Um noch mehr Frische und Qualität anbieten zu können, habe ich eine EU-Zulassung für unsere Fleischerei beantragt ", sagt Thomas Kluke. Diese Zulassung ermöglicht es ihm, im eigenen Betrieb wieder Tiere zu schlachten.
Die EU-Zulassung sei mit Wirkung vom 28. September erteilt worden, berichtet Tierarzt Dr. Paul Hagelschuer vom Amt für Verbraucherschutz des Kreises Mettmann. Die EU-Zulassung, die bis zum 31. Dezember dieses Jahres EU-weit alle Fleischereien, die selbst schlachten wollen, vorweisen müssen, stelle hohe Anforderungen, so Paul Hagelschuer. "Diese gelten insbesondere für den Bereich der Hygienerichtlinien, die sowohl bauliche Maßnahmen als auch die eigentliche Produktion betreffen. Hohe Anforderungen werden zudem an Qualitätssicherungsmaßnahmen gestellt", betont der Tierarzt.
Der Betrieb
Die Fleischerei in Metzkausen wurde Anfang der 1950er Jahre von Fleischermeister Hans Schulten gegründet.
1980 hatte die Familie Schulten aus Altersgründen den Betrieb an Manfred Kluke verpachtet, dem Vater des heutigen Inhabers.
"90 Prozent meiner Wurst- und Schinkenware produziere ich selbst", betont Thomas Kluke.
Thomas Kluke zeigt auf einen Ordner, der verdeutlichen soll, dass eine Menge Auflagen zu erfüllen sind und in Zukunft aufgrund der EU-Zulassung einiges regelmäßig zu dokumentieren ist. Der Fleischermeister zeigt Verständnis für die Auflagen und berichtet, dass er in den vergangenen drei Jahren den gesamten Produktionsbereich und das vor 13 Jahren stillgelegte Schlachthaus umgebaut und den EU-Hygienerichtlinien angepasst hat. "Ich habe rund 35 000 Euro investiert", verrät Kluke.
Paul Hagelschuer erklärt, dass nicht alle Metzgereien so ein Investitionsvolumen benötigen, um die EU-Zulassung zu bekommen. "Da bei Klukes seit vielen Jahren nicht mehr geschlachtet wurde, mussten natürlich mehr Anpassungsmaßnahmen vorgenommen werden."
Ein großer Teil der Investitionsmittel sei von der neu eingerichteten und den hohen hygienischen Richtlinien angepassten Wareneingangs- und Ausgangsschleuse verschlungen worden, betont der Verbraucherschutz-Experte des Kreises. Thomas Kluke weist darauf hin, dass er vergangenen Montag das erste Mal seit seiner Schlachterzulassung Schweine von einem Bauerhof aus dem nahe gelegenen Gruiten abgeholt und geschlachtet habe. "Ich habe direkt gemerkt, dass aufgrund des kurzen Transportweges die Fleischqualität hervorragend war." Es sei halt ein Unterschied, ob die Tiere, bevor sie in den Schlachthof gelangen, lange Transportwege auf engstem Raum bewältigen müssen, oder nur ein paar Kilometer transportiert werden.
Mit den kurzen Transportwegen würden nebenher auch Tierschutzbestimmungen erfüllt, ergänzt Paul Hagelschuer. "Die Tiere werden vor dem Schlachten, vor der Betäubung und nach dem so genannten Entbluten von einem Tierarzt begutachtet", weist Paul Hagelschuer auf die strengen Schachbestimmungen hin.
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