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Mettmann: Für Technik begeistern

VON JÜRGEN FISCHER - zuletzt aktualisiert: 21.05.2008

Düsseldorf (RPO). Der Verein Erkrath initial und das Berufskolleg Hilden wollen Schüler für Naturwissenschaften gewinnen.

Der Kreis Mettmann unterstützt neue Experimental-Labore mit 150 000 Euro

Erkrath/Hilden Jungen Menschen Technik und Naturwissenschaften nahe bringen: Das ist Ziel des Projektes NEAnderlab, das der Schulausschuss des Kreistages gestern Nachmittag auf seiner Sitzung im Hildener Berufskolleg an der Straße Am Holterhöfchen einstimmig befürwortete. Die Initiative Erkrath initial hat das Projekt angeregt, das dem sich abzeichnenden Mangel an Nachwuchskräften entgegenwirken soll. Der Leiter der Schule, Heinrich Bachl, bezeichnete NEAnderlab als einen „Meilenstein“.

Zukunft durch Innovation

Hinter dem Kunstwort verbirgt sich ein Schülerlabor für Naturwissenschaft, Experiment und Ausbildung. Es ist Teil der Strategie des Landes Nordrhein-Westfalen, 25 so genannte ZdI-Zentren einzurichten (Zukunft durch Innovation.NRW). Damit soll die Eigenverantwortung der Regionen zur Verbesserung der Ausbildung im naturwissenschaftlichen Bereich gestärkt werden. Im Kreis Mettmann arbeitet Erkrath initial federführend an dem ZdI-Projekt.

Info

Erkrath initial

Der Verein Erkrath initial wurde von Erkrather Unternehmen gegründet, um mit gezielten Projekten technisch-naturwissenschaftlichen Defiziten zu begegnen.

Seit sechs Jahren führt er in Erkrath eine Naturwissenschaftswoche mit den beiden Gymnasien der Stadt durch und konnte damit die Zahl der Schüler in naturwissenschaftlichen Leistungskursen beträchtlich erhöhen.

Die Naturwissenschaftswoche soll auf andere Schulen im Kreis ausgedehnt werden.

Nutzen können das NEAnderlab Gymnasien aus Mettmann, Erkrath, Hilden, Haan und Langenfeld.

Der Kreis stellt dem NEAnderlab, dessen Räume der Ausschuss gestern besichtigte, 150 000 Euro zur Verfügung. Der Kreis will mit der Bürgerschaftsinitiative über Einrichtung und Betrieb einen Kooperationsvertrag abschließen. Das NRW-Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie hat 10 000 Euro zugesagt. Erkrath initial veranschlagt die Investitionskosten für zwei Labore (Biologie/Chemie und Physik/Technik) auf 280 000 Euro. Die jährlichen Betriebskosten werden mit 175 000 Euro angegeben.

In das Projekt eingebunden ist das Mettmanner Neanderthal Museum, da es Zugang zu vielen Schülerinnen und Schülern im Kreis Mettmann hat. Bereits hier soll der Zugang zu den Naturwissenschaften eröffnet werden.

NEAnderlab dient der Berufs- und Studienvorbereitung. Die Initiatoren, darunter der Erkrather Unternehmer Hasso von Blücher, schildern die Ausgangslage: kaum Interesse der Schüler in den Oberstufen an naturwissenschaftlichen Fächern sowie hohe Abbrecherquote bei naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen. Die Industrie habe ihren langfristigen Bedarf an naturwissenschaftlich-technischem Nachwuchs nicht ausreichend deutlich gemacht, der heute beklagte Mangel ist Folge früherer Versäumnisse. Der Zusammenhang von Naturwissenschaft und praxisbezogener Technik werden in den Schulen nicht anschaulich vermittelt.

Naturwissenschaft erleben

Um diesen Mängeln zu begegnen, will NEAnderlab Naturwissenschaft und Technik durch naturwissenschaftliches Experimentieren für Schüler aller Altersgruppen erlebbar machen, beginnend in der Sekundarstufe I. In der Sekundarstufe II soll in Leistungskursen und in Zusammenarbeit mit Unternehmen, Hochschulen und Speziallaboren Begabtenförderung stattfinden – in Blockunterricht und in Ferienkursen. Mit Technologiepartnern sollen Arbeitsgruppen und Praktika angeboten werden. Mädchen und junge Frauen sollen besonders gefördert werden.

Quelle: RP

 
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