Mettmann: Fußballer brauchen mehr Platz
VON DOMINIQUE SCHROLLER - zuletzt aktualisiert: 26.07.2010Düsseldorf (RPO). Krisenstimmung herrscht bei den Kickern der Kreisstadt. Sie beklagen Platzmangel. Statt sich für die Saison warmzulaufen, stehen die Mannschaften im Abseits. Zehn Teams aus vier Vereinen teilen sich derzeit zwei Plätze und vier Duschräume. "Das ist ein unhaltbarer Zustand", sagt Frank Schroeter von Mettmann-Sport.
Kritik an der Trainingssituation
Er hatte die Vereinsvertreter zu einer außerordentlichen Sitzung auf die Sportanlage am Stadtwald eingeladen. Die beiden Plätze dort sind Trainingsstätte für die Teams von Atatürk Mettmann, Mettmanner Kickers, FC Mettmann 08 und Mettmann-Sport. "Von den Kickers konnte kein Vertreter kommen, weil sie auswärts spielen. Wir müssen immer sehen, wer in der Vorbereitung wo spielt, wer laufen und schwimmen geht", sagte Frank Schroeter.
Er ist von den Kompromisslösungen auf engstem Raum ebenso wenig begeistert, wie Christian Manderla, Geschäftsführer vom FC Mettmann 08. Ihn hat die Trainingssituation am Stadtwald kalt erwischt. "Atatürk und die Kickers konnten sich langfristig darauf einstellen, dass sie zusammen rücken müssen, weil ihr Platz an der Spessartstraße saniert wird. Doch uns hat die Stadt hier feste Zeiten versprochen und plötzlich standen zu Beginn der Ferien die Leute von Mettmann-Sport hier auf der Matte." Grund für den verengten Spielraum ist der unerwartete Ausfall des Kunstrasenplatzes am Heinrich-Heine-Gymnasium. Die Schulsportanlage bleibt in den Ferien geschlossen. Für eine Trainingsnutzung in dieser Zeit habe die Stadt 16,50 Euro pro Stunde für den Hausmeister sowie 25 Euro extra für das Öffnen der Toiletten gefordert, berichtete Frank Schroeter. "Da kommen wir auf mehr als 500 Euro und das ist uns in Summe zu viel. Wir zahlen bereits 8000 Euro im Jahr Gebühren für den Platz. Wenn ich eine Wohnung miete, erwarte ich auch eine Gegenleistung ohne Aufpreis."
Zudem stünden die Kabinen nicht zur Verfügung, da sie saniert würden. "Wir können den Spielern aber nicht zumuten, auch noch zu Hause zu duschen."
Für die Zukunft fordert Schroeter den Bau von zwei Kunstrasenplätzen auf dem Gelände des Heinrich-Heine-Gymnasiums und ist sich darin mit den Vertretern der anderen Vereine einig. "Wir brauchen drei Plätze, ganz klar. Auch wenn der Vorsitzende unseres Vereins da anderer Meinung ist." "Kunstrasen ist einfach der Stand der Technik. Es kann schon nicht sein, dass an der Spessartstraße Asche zu Asche gemacht wird", ergänzt Christian Manderla. Atatürk-Geschäftssführer Ali Kuran sieht das ähnlich. "Wir brauchen mehr als einen Rasenplatz, wenn wir die Jugendlichen richtig fördern wollen." Alle wollen sich lieber nicht ausmalen, was passiert, wenn die Anlage an der Spessartstraße zu Saisonbeginn am 15. August noch nicht fertig sein sollte. "Dann bin ich gespannt, wie die Stadt dem Fußballkreis erklärt, dass die Spiele nicht stattfinden können", betont Manderla. Er sieht auch die Neubaupläne am HHG kritisch. Denn dort könnten die Bagger erst anrollen, wenn das Gelände am Stadtwald verkauft sei. "Dann geht gar nichts mehr. Es ist bei aller Kompromissbereitschaft jetzt schon schwierig."
Während die Jugendteams Ferien haben, müssen sich die Senioren auf den Ligastart vorbereiten. Um ihnen den nötigen Spielraum zu verschaffen, haben die Vereinsverantwortlichen das Training bereits auf drei Tage pro Woche reduziert und die Zeiten so abgestimmt, dass es möglichst wenig Überschneidungen gibt. Zusätzlich zu der Enge müssen die Klubs nach eigenen Angaben noch 190 Euro pro Woche für die Nutzung der Duschen aufbringen.
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