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Mettmann: Gemalte Räume zum Wohlfühlen

VON ULLA PANTEL - zuletzt aktualisiert: 30.01.2010

Düsseldorf (RPO). Der Mettmanner Maler Harald Feyen mag die Verbindung von Architektur und Natur. Seine Werkstatt liegt im ersten Stock eines Reihenhauses in Mettmann Süd. Mit Spiegeln verteilt er das Licht im Raum. Er malt Stillleben, Interieur- und Landschaftsbilder mit hochsensibler Farbgebung.

Harald Feyen in seinem hellen Atelier im ersten Obergeschoss eines Reihenhauses in Mettmann Süd.  Foto: RPO
Harald Feyen in seinem hellen Atelier im ersten Obergeschoss eines Reihenhauses in Mettmann Süd. Foto: RPO

Die Terrassentür ist weit geöffnet. Von seinem Atelier aus blickt Harald Feyen in einen lichten, begrünten Innenhof mit Baum. Niedrige steinerne Beeteinfassungen halten die Vegetation im Zaum. "So mitten auf dem Land würde ich nicht gerne wohnen wollen. Ich mag die Verbindung von Natur und Architektur", sagt der Maler. Er tritt nicht hinaus ins Freie, sondern bleibt auf der Schwelle. Im Schutz des Raumes genießt er den freien Blick über die niederbergische Kulturlandschaft.

Von leicht erhöhter Position überschaut man weiße Mauern und kubische Häuser, die sich kontrastreich vom Grün der Gärten abheben. Ein milchig-bläulicher Nebel liegt über dem Ausblick, der die südlichen Szene ins Unscharfe, fast Unwirkliche rückt. "Als Maler hat man die große Freiheit, sich seine Räume so ermalen zu können, wie man sie haben möchte", erklärt Harald Feyen.

Info

Harald Feyen

Geboren 1949 in Mettmann.

Feyen studierte zunächst an der Düsseldorfer Werkkunstschule, später an der Pädagogischen Hochschule Neuss.

Von 1981-97 war er als Dozent an der Fachhochschule Düsseldorf im Fachbereich Design tätig.

Zuletzt waren einige seiner Bilder in der Düsseldorfer Galerie Ines Taube, Blücherstraße 61, bei der Ausstellung "Destination Düsseldorf" zu sehen.

Gegen die Fantasie des Künstlers hat die Realität einen schweren Stand. In Wahrheit befindet sich sein Atelier im ersten Stock eines Reihenhauses in Mettmann-Süd, vom Fenster aus blickt er auf die gegenüberliegende Häuserzeile. Der Arbeitsraum ist hell, geräumig und befindet sich im Wohnhaus, was den Vorteil bietet, dass er jederzeit ohne große Umstände erreichbar ist.

Allerdings kommt das Licht von Süden und damit von der falschen Seite, was für die hochsensible Farbgebung der Arbeiten nicht unproblematisch ist. Dichte weiße Vorhänge schützen vor greller Sonne, Spiegel ringsum helfen, das Licht zu verteilen, Tageslichtbirnen gleichen im Winter den Lichtmangel notdürftig aus.

Ideal ist anders, aber er erklärt: "Niemand soll sagen, wenn ich dieses und jenes hätte, würde ich... Das Drumherum darf keine Rolle spielen, wenn man etwas will." Davon ist der professionelle Künstler, dessen Arbeiten sich seit Jahrzehnten über namhafte Galerien gut verkaufen.

Wie wichtig das richtige Arbeitslicht für Harald Feyen ist, wird klar, wenn man seine Arbeiten genauer betrachtet. Es sind ruhige Bilder mit Motiven, die man aus der klassischen Malerei kennt, meistens Stillleben, Interieur- und Landschaftsbilder. Doch hier ist etwas deutlich anders als üblich. Der Betrachter wird in die Bilder hineingezogen, wird Teil der Szene und muss dennoch draußen bleiben.

Eine Frucht auf dem Tisch lockt zum Anbeißen und bleibt doch, was sie ist: Ein Produkt aus der geistigen Welt des Malers, einer Welt, die durch einen feinen, kühlen, blau-grauen Schleier von der Wirklichkeit getrennt bleibt.

Harald Feyens Bilder sind bei allem poetischen Realismus in erster Linie meisterhaft aufgebaute Farbkompositionen. Die Motive spielen in seinen Arbeiten eine nur untergeordnete Rolle. Es sind unspektakuläre, alltägliche Szenen, aber gemalte Räume, von denen man glaubt, dass man sich darin wohlfühlen würde – falls man sie betreten könnte.

Quelle: RP

 
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