Erkrath: Gemeinsam künstlerisch stark
VON MANFRED MÜSCHENIG - zuletzt aktualisiert: 06.12.2008Düsseldorf (RPO). Britta Neumärker, Silke Noltenhans, Eva Pannée und Wolfgang Sendermann haben ein gemeinsames Atelier an der Hauptstraße in Hochdahl eröffnet. Ihre gestalterische Eigenständigkeit wollen sie nicht aufgeben.
Vier Individualisten auf künstlerischem Gebiet haben sich zusammengeschlossen und ein gemeinsames Atelier an der Hauptstraße 28 in Hochdahl eröffnet. Das bedeutet aber nicht, dass sie ihre Eigenständigkeit nun aufgeben, jeder hat im Gemeinschaftsatelier sein eigenes Reich, dennoch könne die Zusammenarbeit für alle Beteiligten sehr fruchtbar sein, sind sie sich einig.
Schließlich kann so auch schon beim Entstehen neuer Arbeiten gelegentlich der sachverständige Rat des Kollegen oder der Kollegin eingeholt werden. Und sie haben ihrer Arbeitsräume nun alle in der Nähe ihrer Wohnung – sie wohnen nur etwa 500 Meter Luftlinie voneinander entfernt in Hochdahl -, müssen zum Arbeiten nicht mehr nach Unterbach oder Hilden, wo die früheren Ateliers lagen. „Wir haben schon häufiger in der Künstlergruppe KuEr zusammengearbeitet und dabei festgestellt, dass wir gut zusammen harmonieren“, berichtete Britta Neumärker bei der Eröffnungsausstellung in den neuen hellen Atelierräumen an der Hauptstraße. So sei schon vor geraumer Zeit die Idee entstanden, gemeinsam etwas zu veranstalten. In den früheren Räumen von „Wir packens“ an der Hauptstraße wurden sie fündig.
Adresse und Mitglieder
Adresse: Ateliergemeinschaft Art 3+1, Hauptstraße 28, 40699 Erkrath.
Mitglieder sind Britta Neumärker (Atelier Pilbri), Silke Noltenhans (Atelier buyArt), Eva Pannée und Wolfgang Sendermann.
Werkstatt für Skulpturen
Im Obergeschoss gibt es die hellen Atelierräume für die drei Künstlerinnen, im Kellergeschoss hat Wolfgang Sendermann eine geräumige Werkstatt zur Verfügung, in dem er beim Bearbeiten der Holz- und Steinskulpturen auch ruhig mal etwas kräftiger Zuschlagen kann, ohne dass gleich die ganze Nachbarschaft auf der Matte steht. Natürlich seien in Zukunft auch gelegentlich Gemeinschaftsausstellungen geplant, vielleicht sogar zu einem gemeinsamen Thema, dennoch geht jeder seinen eigenen Weg, hat auch sein eigenes Reich in der Ateliergemeinschaft. Seine größten Skulpturen hat Sondermann im Keller stehen, wie die Holzfiguren mit den ganz spitz zulaufenden Köpfen, Spitzenköpfen halt, die er seinerzeit als Persiflage auf die BenQ-Pleite gestaltet hatte.
Oben im Atelier steht ihm ein kleiner Ausstellungsraum zur Verfügung. Die Damen im Team haben dort ihre neue Arbeitswelt gefunden. Britta Neumärker, die ihre Bilder mit Pilbri signiert, lässt sich nicht auf einen Bereich festlegen. Malerei in Mischtechnik, Spachteltechnik, Wandobjekte in Aluminiumdesign und Computergrafik sind ihr Metier. Bildtitel wie Aufbruch der Farben, Farbgeflüster oder Farbharmonie sprechen für sich, zeigen, dass sie Ton-in-Ton-Arbeiten ebenso schätzt wie starke Kontraste.
Die Kunsthistorikerin Silke Noltenhans, die auch Zeichen- und Malkurse für Erwachsene gibt, legt ihren Schwerpunkt auf Zeichnungen. Sowohl als reine Bleistiftbilder, die teils so fein wie ein besonders schön ausgeleuchtetes Schwarz-Weiß-Foto wirken, aber auch mit Buntstiften gemalt.
Keramik und Fotografie ist das Metier von Eva Pannée. Ihr eher kleinen Figuren haben alle ihren eigenen Reiz, hat sie bei ihnen doch auf die Arme verzichtet. „Sie könne es auch nicht erklären, bis auf eine Ausnahme haben ihre Figuren keine Arme. Dennoch oder gerade deshalb sind sie ein Hingucker. Ebenso wie ihre Bilder, bei denen sie gerne Menschen von hinten betrachtet. So geht sie der Frage nach dem Persönlichkeitsrecht am Bild aus dem Weg, bekommt aber beeinduckende und ungestellte Aussagen. „Sehr oft habe ich sogar den Eindruck, dass man erkennt, was der Fotografierte gerade denkt“, sagt sie.
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