Erkrath: Graffiti werden entfernt
VON OLIVER WIEGAND - zuletzt aktualisiert: 04.09.2010Düsseldorf (RPO). Weil die neue Mehrheit zunächst das Geld für das Beseitigen von Schmierereien an den Bahnhöfen gestrichen hat, gibt es Streit im Hauptausschuss. Die Summe ist aber wieder im Haushalt, so dass weiter gereinigt werden kann.
Abschreckend
Die Mettmanner Regiobahn ist stolz auf eine hohe Erfolgsquote bei der Fahndung nach Graffiti-Urhebern und setzt auf ein abschreckendes Beispiel.
Auf Täter warten neben den Reinigungskosten auch noch Verarbeitungsgebühren und Honorare für Rechtsanwälte. Wer einen ganzen Zug beschmiert, muss auch damit rechnen, für eine Neulackierung herangezogen zu werden.
Die Stadt muss sparen. Aber nicht nur für den nächsten Ausflug der Verwaltung, sondern es geht richtig ans Eingemachte. Damit vor dem Sommer überhaupt so was wie ein Haushalt zustande kam, mussten 1,4 Millionen Euro aus allen möglichen Haushaltspositionen zusammengestrichen werden. Darunter waren auch 12 600 Euro, die die Stadt jedes Jahr an die Deutsche Bahn bezahlt.
Der Vertrag mit der Deutschen Bahn besagt, dass regelmäßig und bei Bedarf sogar außerplanmäßig die Graffiti-Schmierereien in den Unterführungen der Haltepunkte Erkrath und Hochdahl beseitigt werden. "Das hat bislang unserer Ansicht nach ganz gut geklappt", sagte Tiefbauamtsleiter Heinz-Peter Heffungs im Hauptausschuss. Darüber hinaus gehörte dazu die Reinigung in der Unterführung zwischen Hochdahler Markt und Rosenhof. Für die regelmäßige Graffitibeseitigung in der Unterführung des Haltepunktes Millrath existiert bisher kein Vertrag.
CDU sauer auf die neue Mehrheit
Die Erkrather CDU war stinksauer, als sie von den Streichungen erfuhr. Die Unterführungen würden täglich von Tausenden von Bürgern genutzt. Für die ankommenden Gäste vermitteln sie zumindest im verschmutzten Zustand keinen guten Eindruck von der Stadt.
"Die Einsparung von 12 800 Euro stehe in keinem Verhältnis zu den Folgen", sagte Wolfgang Jöbges von der CDU. Das führe im Endeffekt dazu, dass "unsoziale Verhaltensweisen" zu nehmen. So nach dem Motto, "Wo schon ein Graffiti ist, stören zwei oder drei mehr auch niemanden mehr". Doch diese Vorwürfe wollte die neue Mehrheit aus SPD, BmU und Grünen nicht auf sich sitzenlassen. Bernhard Osterwind (BmU) warf der Deutschen Bahn vor, ihre Aufgaben in puncto Graffiti-Beseitigung in der Vergangenheit schlecht erledigt zu haben.
Dabei verdiene die Deutsche Bahn auch im Erkrather Nahverkehr viel Geld und schöne damit ihre Bilanzen, so Osterwind, der auf das Thema außergewöhnlich emotional und verärgert reagierte. Wer mal im Internet die Bewertungen des Verkehrsverbundes-Rhein-Ruhr durchlese, merke schnell, dass die Bahnhöfe in Hochdahl und Erkrath mit einem sehr schlecht bewerteten "Roten Punkt" abschnitten. Die CDU halte aber "scheinbar krampfhaft" am Auftragnehmer Deutsche Bahn fest, so Osterwind.
Auf jeden Fall möchte die neue Mehrheit nun die fehlenden 12 800 Euro wieder in den Haushalt einstellen, damit die Graffiti-Beseitigung auch im nächsten Jahr weiter gehen kann. Ob die Deutsche Bahn wieder den Auftrag erhält, ist noch nicht sicher. Tiefbauamtsleiter Heffungs: "Die Bahn hat das eigentlich immer sehr preisgünstig erledigt. Sogar zwischen dem eigentlichen 14-Tage-Rhythmus sei die Bahn vor Ort gewesen, um zu reinigen, wenn es nötig war.
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