Wülfrath: Hakenkreuze an der Moschee
VON OLIVER WIEGAND - zuletzt aktualisiert: 21.04.2008Düsseldorf (RPO). Die Fassade der Gebetsräume wurden in der Nacht zu Samstag mit ausländerfeindlichen Parolen beschmiert.
Der Islamische Verein ist „tief betroffen“. Die Graffiti sollen so schnell wie möglich beseitigt werden.In der Nacht von Freitag auf Samstag ist die Fassade der Wülfrather Moschee mit ausländerfeindlichen und rassistischen Parolen und Zeichen beschmiert worden. Unbekannte sprühten „Sieg Heil“ sowie „Ausländer raus“ auf die Außenwand. Zusätzlich ist ein Hakenkreuz am Minarett sowie das Zeichen der „SS“ zu sehen.
„Wir sind tief betroffen. Das ist in 27 Jahren gemeinsamen Zusammenlebens noch nicht passiert“, sagt Hayrettin Kahraman, Vorsitzender des Islamischen Vereins in Wülfrath. Man habe bislang ein „friedliches Miteinander“ der Kulturen gelebt. Das werde auch so weiter gehen,. Man werde sich nicht von irgendwelchen „Bekloppten“ provozieren lassen. Vor einigen Jahren seien schon mal einige Farbbeutel an der Wand der Moschee zerplatzt. Das sei aber eher das Werk von spielenden Kindern gewesen, die mit Farbpistolen herum geschossen hätten.
2003 eingeweiht
„Der Höhepunkt in unserer Vereinsgeschichte war September 2003 die Einweihung unserer Moschee“, sagte Hayrettin Kahraman, Vorsitzender des Islamischen Vereins.
An der formellen Eröffnung der „Fatih-Moschee“ nahm seinerzeit Bundestagspräsident Wolfgang Thierse teil. Tausende Besucher, auch aus anderen deutschen Städten, ließen sich bislang durch die Moschee führen.
Enge Freundschaft
Der Islamische Verein möchte, nachdem sich die Versicherung und die Kriminalpolizei den Schaden angesehen haben, die Schmierereien noch in dieser Woche so schnell wie möglich überstreichen.
Entsetzt reagiert auch Hakan Bakirci, ehemaliger Jugendhaussprecher und Beratungsmitglied im Jugendausschuss. „Wir waren bis jetzt sehr froh das wir in unserer Stadt Wülfrath im Thema Integration und Rassismus, so viel Hilfe und Unterstützung bekommen hatte. Ich danke im Namen Jugendhausbesuchern und Jugendlichen für diese Hilfe. Doch leider hätten sich nun in Wülfrath einige ausländerfeindliche Jugendliche „von ihrer besten Seite gezeigt“.
„Für uns ist dieser Vorfall kein Grund die bisherige bestehende enge Freundschaft zwischen Wülfrather Bürgern zu beschädigen. Eher im Gegenteil so etwas sollte uns noch enger zusammen bringen. Wir hoffen dies bleibt ein Einzelfall“, sagt Hakan Bakirci.
Gemeinsames Friedensgebet
Gestern Abend lud die evangelische Gemeinde gemeinsam mit dem Islamischen Verein zu einem Friedensgebet. Seine „Solidarität“ bekundet hat Klaus H. Jann. Er brachte zum Friedensgebet Flugblätter mit womöglich ausländerfeindlichen Parolen mit, die letzte Woche angeblich von Jugendlichen in der Innenstadt verteilt wurden.
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