Mettmann/Erkrath: Hanna Eggerath geehrt
VON JÜRGEN FISCHER - zuletzt aktualisiert: 23.10.2008Düsseldorf (RPO). Die Erkrather Forscherin erhielt gestern den Rheinlandtaler überreicht. Sie will den Menschen eine Heimat geben. Die Hochdahlerin befasst sich mit dem Nationalsozialismus und würdigt die Rolle der Frauen in der Geschichte.
Erkrath/Mettmann Die Hochdahler Heimatforscherin Hanna Eggerath wurde mit dem Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes Rheinland ausgezeichnet. Die Stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung, Ursula Schiefer, überreichte gestern nachmittag die Auszeichnung in einer Feier im Mettmanner Neanderthal Museum.
Die Hochdahlerin bekommt die Auszeichnung für ihr 20-jähriges Wirken. Sie habe sich mit Engagement der Erforschung der Geschichte des Kreises Mettmann und ihrer Heimatgemeinde Erkrath gewidmet, sagte Schiefer.
Sie bezieht Stellung
Der stellvertretende Landrat Ernst Buddenberg, der ebenfalls aus Erkrath kommt, lobte Eggerath, sie forsche nicht nur in verstaubten Winkeln, sondern nehme auch Stellung zu tagespolitischen Fragen. Wie gerne sie dies tut, zeigte sie kurz darauf bei ihrer Dankesrede, als sie an den Erkrather Bürgermeister Arno Werner die dringende Bitte Hochdahler Bürger weitergab, die Bäume am Hochdahler Markt mögen doch bitte stehen bleiben.
Stationen
Geboren 1935 in Düsseldorf-Gerresheim.
Aufgewachsen in Köln.
Abitur 1955, Ausbildung und Tätigkeit als Chemielaborantin.
Umzug mit der Familie nach Hochdahl 1963 nach der Geburt ihrer beiden Kinder.
Ehrenamtliche Mitarbeiterin des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege seit 1989.
Bürgermeister Werner sagte, er sei stolz, dass mit Hanna Eggerath die erste Frau aus Erkrath den Rheinlandtaler bekommt – auch wenn sie ja eine Zugezogene ist, die in Gerresheim geboren wurde.
In ihrer Dankesrede nannte Eggerath mehrere Beweggründe, die sie zur Heimatforschung antreiben. Erstens sei da die Neugier. Da die Menschen in Hochdahl in einer neuen Stadt leben und nicht verwurzelt sind, hoffe sie, ihnen ein Stück Heimat zu schaffen, wenn sie alles aufschreibe, was sie erfährt.
Eine andere Triebkraft ist die Empörung. Etwa über die Antwort, die sie einmal auf die Frage erhielt, warum in der bisherigen Heimatgeschichte keine Frauen genannt werden. Als es hieß, es gebe keine, hat sie genauer hingeschaut – und viele „tolle Frauen“ gefunden.
Ebenso wenig gab sie sich damit zufrieden, als ihr gesagt wurde, es habe im Dritten Reich in Erkrath keine Judenverfolgungen und keine Denunziation gegeben. Sie hat auch hier nachgeschaut und ist zu ganz anderen Ergebnissen gekommen.
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