Mettmann Erkrath: Haus der Evolution
VON JÜRGEN FISCHER - zuletzt aktualisiert: 11.10.2006Düsseldorf (RPO). Das Neanderthal Museum eröffnete gestern seine überarbeitete Dauerausstellung neu.
Von der Steinzeit bis zum digitalen Zeitalter.Nach anderthalbjähriger Vorbereitung hat das Neanderthal Museum in Mettmann gestern seine Dauerausstellung neu eröffnet. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu dem Eiszeitmenschen wurden aufgenommen, die Darstellung des Museums erhielt ein modernes Gesicht. Dabei werden auch verstärkt digitale Medien eingesetzt. Die Besucher sind aber auch in größerem Maße als bisher aufgefordert, bei der Entdeckung des Museums selbst Hand anzulegen.
Das Mettmanner Museum, das fast genau vor zehn Jahren in dem neuen, architektonisch herausragenden Haus an der Talstraße eröffnet wurde, findet weltweite Aufmerksamkeit. Darauf wies gestern vormittag bei einer Präsentation Professor Gert Kaiser hin, der Vorsitzende des Stiftungsrates des Museums. Dies sei auch eine Belastung, so Kaiser, weil die Frage entstehe, ob das Museum die Erwartungen erfüllen kann. Den Tag der Neueröffnung nannte er einen „schönen, großen Tag“, weil er eben dazu beitrage, dies zu leisten.
Besucher aus aller Welt
170 000 Besucher kommen pro Jahr in das Neanderthal Museum. In 150. Jahr des Fundes werden es über 200 000 sein.
Fast zwei Drittel kommen aus dem Ausland, davon wiederum mehr als zwei Drittel aus den USA.
Auf die Internet-Seiten des Museums wird bis zu 300 000 mal im Jahr zugegriffen.
Umbau im laufenden Betrieb
Umbau und Überarbeitung der Ausstellung erfolgten bei laufendem Betrieb, betonte Museumsdirektor Gerd C. Weniger. Denn das Museum finanziere sich zu einem großen Teil aus seinen Einnahmen selbst. Daher schied eine Schließung aus.
Die einzelnen Themenbereiche der Ausstellung wurden klarer voneinander getrennt. In der Vergangenheit waren manche Besucher durch die Ausstellung verwirrt und haben gar nicht wahrgenommen, dass „wir verschiedene Themenbereiche haben“, sagte Weniger. Die Bereiche wurden klarer voneinander getrennt. Leitgedanke des Museum ist die Evolution – bis hin zu Kommunikation und Macht.
Der Rundgang beginnt mit der Geschichte des Tales und dem Kalkabbau, der zur Entdeckung des Neandertalers führte. Es folgt eine Figur, die vor Augen führt, welche Teile des Menschen heute durch Technik ersetzbar sind: vom Gebiss bis zum Kunstherzen, das aus den USA gespendet wurde.
Eine riesige Werkbank zeigt, welche Werkzeuge der Mensch nutzt – vom Faustkeil bis zum modernen Klebstoff. Es gibt ein „Kopfkino“, in das Besucher von unten eintauchen in die Menschheitsgeschichte. Ein „archäologisches Profil“ zeigt von Scherben der Steinzeit und der Römer bis zur Kanalratte heute, wie der Mensch im Boden Spuren hinterlässt. Neu entwickelt wurden „Forscherboxen“, die Besucher auf ihrer Entdeckungstour öffnen müssen, um die Funde und Schätze des Hauses zu entdecken.
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