Mettmann: Heiße Eisen im Feuer
VON BETTINA SALERNO - zuletzt aktualisiert: 15.08.2008Düsseldorf (RPO). Auf Gut Groß-Poth war Brenntermin. Pferde und Ponys bekamen von Brennmeister Hünnekes des Zuchtverbandes für Deutsche Pferde ihren Stempel auf die Pobacke. Premiere für den ersten Fohlenjahrgang der Monchino Pferde.
Mit Pferdeanhänger und Mutterstute mit Fohlen an Bord reisten zwanzig Züchter zum Brenntermin auf Gut Groß Poth. Eine Vielfalt an Pferderassen wurden vorgestellt, um eine Eintragung ins Zuchtbuch zu bekommen: Vom Warmblut über Pinto, bis hin zu Shetland-Ponys und Lewitzer.
Musterung in der Reithalle
Auf dem Hof der Familie Schafhausen herrschte reges Treiben. Zuerst ging es für die Mutter-Kind-Paare zur Musterung in der Reithalle. Typ, Gebäude stehend und in der Bewegung gemustert. Während einige Fohlen ganz brav auf gleicher Höhe neben ihrer Mutter liefen, zeigten die Rowdies unter den Jung-Spunden gekonnte Bocksprünge und jagten schnaubend mit erhobene Schweif durch die Halle. Zur Freude der vielen Zuschauer am Rande, die sich das alljährliche Spektakel nicht entgehen ließen.
Rasse der Mochinos
Mochinos sind die ursprüngliche Rasse der spanischen Provinz Cantabria im Norden der iberischen Halbinsel. Etwa 50 Exemplare der Bergponys existieren noch. oder Sabine Schafhausen, Tel. 02104/ 60 53 0, Fax: 02104/ 80 91 24. Mehr Infos unter: www.monchino.de, www.gut-groß-poth.de,
„Die sin ja janz jeck“, bemerkte ein erfahrener offensichtlich aus dem Rheinland stammender Züchter. Jeck indes waren dann auch die Kinder beim Anblick der Mini-Shetlands mit ihrem Nachwuchs. Mit fliegender Mähne und Fohlen im Dalmatiner-Look präsentierten sich die Zwerge dem Publikum und eroberten dabei nicht nur Kinderherzen. „Hoffentlich geht alles gut“, sagte Sabine Schafhausen aufgeregt und lief mit der Kamera in die Reithalle. „Guapo“, ihr schwarzbrauner Monchino Hengst war an der Reihe. Die dunkle spanische Schönheit mit schulterlanger Mähne trabte zum Gremium und zeigte sich von seiner besten Seite. Es folgten drei Monchino-Stuten mit den Kindern von Guapo. Dem ersten Jahrgang des seltenen Hengstes. „Die Monchinos haben ihre Wurzeln in Spanien, doch hier in Deutschland werden sie als ganz neue Rasse anerkannt“, so Brennbeauftragter Hünnekes. „Leider gibt es nur noch etwa 50 Pferde dieser kleinen zähen Bergponys in Spanien und Dank des Einsatzes von Familie Schafhausen, kann diese Rasse erhalten werden.“ Nachdem die Monchino-Herde die Halle verließ, wurden schon die Eisen mit dem Brandzeichen des Zuchtverbandes (ZfDP) ins Feuer gelegt. Bevor die Fohlen begriffen, was ihnen geschieht, war es auch schon geschehen. Hünnekes hielt das Eisen auf die linke Po-Hälfte, ein kurzes Zischen, ein kleiner Bocksprung und fertig. Mit Markenzeichen am Po traten die Gespanne die Heimreise an, die Monchino-Herde kam wieder auf die Weide und Norbert Schafhausen machte ordentlich Feuer. Für den Grill, versteht sich.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.