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Erkrath: Hinter die Kulissen geblickt

VON MANFRED MÜSCHENIG - zuletzt aktualisiert: 06.03.2008

Düsseldorf (RPO). Die Erkrather Software-Firma Lucom ist mit Formularen, die mit dem Computer ausgefüllt werden können, gut im Geschäft. Nun lernen Schüler die vermeintlich abgeschottete Welt der Informatiker kennen.

Info

Im Keller begonnen

Im Jahre 1990 gründete Lutz Leßmann das „Ingenieurbüro Leßmann“ in Erkrath, entwickelte dort Software für die Digitalisierung von Geschäftsprozessen. Angefangen hatte in einem Kellerraum des Elternhauses. 1994 gründete er die Lucom GmbH die heute ihren Sitz im Forsthaus Morp hat.

Schwerpunkt ist heute die individuelle Entwicklung von web-basierten Formularen, die mit jedem beliebigen Browser bearbeitet werden können. Beschäftigt werden 20 Personen.

Auf der CeBit in Hannover stellt die Erkrather Lucom GmbH jetzt gemeinsam mit Compuacenter seine Formular-Managementlösung „FormsForWeb“ im Zusammenhang mit einer biometrischen Signatur vor. Die Firma Computacenter gilt als der führende Anbieter von IT-Infrastrukturservices. Dabei müssten die Erkrather im Moment überhaupt keine Werbung für ihr Produkt machen, sind sie doch ausgezeichnet im Geschäft. „Hauptwachstumsbremse für uns ist, Fachkräfte zu finden“, erläutert Geschäftsführer Lutz Leßmann. Er sucht dringend weitere Informatiker, Entwickler und Consultingberater. Aber die seien gar nicht so einfach auf dem Markt zu finden, immerhin gebe es zurzeit bundesweit 30 000 offene Stellen im Informatikbereich.

Um seinen Arbeitsbereich dem Berufsnachwuchs wenig näher zu bringen, habe er sich kürzlich an der Naturwissenschaftswoche von „erkrath initial“ beteiligt. Bei den jungen Leuten sei das auf große Resonanz gestoßen. „Wir wollten mit dem Klischee aufräumen, dass Informatiker nur im Stillen Kämmerlein sitzen, dort den ganzen Tag programmieren und nie ans Tageslicht kommen“, berichtet Lutz Leßmann. Das Gegenteil sei der Fall, viele seiner Mitarbeiter seien regelmäßig bei der Kundschaft vor Ort im Einsatz: „Wir gehen raus zum Kunden, um seine Probleme zu verstehen und besser umsetzen zu können“.

Und damit die Erkrather Schüler sich nicht mit komplizierten firmenspezifischen Formularen quälen mussten, wurde speziell für diese Naturwissenschaftswoche ein kleines CD-Verwaltungsformular entwickelt. Natürlich ganz im Stile der gesamten Lucom-Lösungen, die den großen Vorteil haben, das sie zunächst wie das gewohnte Papierformular aussehen, in das mit dem Stift hineingeschrieben werden kann. Hier allerdings wird die Tastatur eines beliebigen Rechners genutzt.

Der Vorteil dieser Lösungen: Es werden keine eigenen Computerprogramme benötigt, die Formulare sehen für die Nutzer aus wie die gewohnten Papierunterlagen, zum Bearbeiten wird deshalb auch keine besondere Schulung benötigt. Finanzdienstleister, Krankenkassen, Unternehmen und öffentliche Verwaltungen nutzen bundesweit inzwischen die digitalen Formulare aus Erkrath, darunter auch die Bundesfinanzverwaltung, die nach und nach ihr gesamtes Formularsystem darauf umstellen will. Hat die Lucom GmbH inzwischen auch schon böse Briefe von der Papierindustrie bekommen, wollen wir wissen. „Nein“, betont Lutz Leßmann, schließlich gebe es immer noch die Option, die elektronisch erfassten und gespeicherten Formulare auszudrucken.

Und so wie der Siegeszug der elektronischen Medien auch Zeitungen nicht verdrängen konnte, werde es bei Formularen weiterhin viele Anwender geben, die auf die gedruckte Kopie nicht verzichten möchten. Könnten sie aber.

Quelle: RP

 
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