Erkrath: Hobby zum Beruf gemacht
VON MANFRED MÜSCHENIG - zuletzt aktualisiert: 29.05.2008Düsseldorf (RPO). Der Erkrather Norbert Dammers hat seinen Job als Schuhmacher aufgegeben und verkauft Meerwasser-Aquarien.
Tote Korallen aus der Südsee werden zu Dekorationen umgearbeitet. Computer steuern die Wasseraufbereitung.Totes Riff-Gestein
Atoll Riff-Deko hat seinen Sitz Am Tönisberg 1 in Erkrath Unterfeldhaus.
Das Geschäft ist geöffnet dienstags und donnerstags von 16 bis 20 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr.
Mit der Verarbeitung des toten Riff-Gesteins sehen die Anbieter sich führend in Europa in der Aquaristik. Ausführliche Informationen über das Unternehmen sind unter www.atoll-riff-deko.de im Internet zu finden.
Das Hobby zum Beruf zu machen: Norbert Dammers hat es geschafft. Gemeinsam mit seinem Bruder Andreas betreibt er in Erkrath unter der Bezeichnung Atoll Riff-Deko ein Geschäft für Meerwasser-Aquaristik. Während sein Bruder allerdings tagsüber noch einem anderem Beruf nachgeht, hat Norbert Dammers sein Schuhmacher-Handwerkszeug an den Nagel gehängt, widmet sich seit nunmehr drei Jahren nur noch der Einrichtung, Gestaltung und Wartung von Meerwasseraquarien.
In der Südsee fündig geworden
Seit gut 25 Jahren beschäftigt sich Dammers bereits mit Aquarien. Anfangs mit Süßwasserfischen, wie wohl jeder Anfänger in diesem Metier. Irgendwann schwenkte er um zum Meerwasser, fand aber auf dem Markt nicht die passenden Dekorationen fürs Becken. Die künstlich geschaffenen Elemente gefielen ihm überhaupt nicht. Bei der Suche nach Alternativen wurde er in den Gewässern der Karibik und der Südsee fündig. Von dort wird das tote Korallengestein importiert, das heute die Grundlage für die Dekorationen bildet, die Norbert und Andreas ihren Kunden anbieten.
Das Ladengeschäft Am Tönisberg in Erkrath-Unterfeldhaus macht aber nur einen kleinen Teil des Unternehmens aus. Dort können den Kunden einige eingerichtete Becken präsentiert werden, dort kann auch sämtliches Zubehör für Meerwasser-Aquarien erworben werden, vom Becken über die Technik bis hin zum Fischbesatz. Der Schwerpunkt der Arbeit sei aber die Rundumbetreuung großer Kunden. Gerade werde für einen Kunden in Wuppertal ein 4500-Liter-Becken eingerichtet, als Raumteiler zwischen Sauna und Fitnessraum.
Kein billiges Hobby übrigens, wie Dammers erläutert. Ab 1000 Liter sollte man eine Null anhängen, dann habe man in etwa den Preis für das komplett eingerichtete Aquarium, bei 1000 Litern also 10000 Euro. Wobei die Fische noch den geringsten Anteil haben. Wunderschöne stahlblaue Exemplare bebe es schon ab 5 Euro dass Stück, während für manch einen unscheinbaren Exoten dann schon mal 500 Euro fällig würden.
Viel Geld könnten Technikfreaks auch in die Computertechnik investieren, mit deren Hilfe heutzutage häufig die Wasseraufbereitung gesteuert wird. Da sei sogar eine Überwachung des Beckens während längerer Abwesenheit möglich. Der Kunde könne sich beispielsweise von dem Programm während seines Urlaubs per Handy informieren lassen, wenn es plötzlich Probleme bei der Wasserqualität gibt. Und er könne so schon aus der Ferne Rettungsmaßnahmen einleiten.
Drei Tonnen Last auf dem Boden
Vorausgesetzt, jemand hat Zugang zur Wohnung. Die Wartung der von ihm eingerichteten Becken gehört übrigens mit zum Angebot von Atoll Meerwasser-Aquaristik erzählt Dammers. Gerade viele Firmen, die die Becken als Dekoration in ihren Geschäftsräumen einsetzen, nutzen dieses Angebot. Das Geschäft steht aber auch allen Privatkunden zur Verfügung, die in der Regel zunächst einmal klein anfangen.
Ein 250-Liter-Becken könne da schon ab etwa 1000 Euro eingerichtet werden. Wichtig sei auf jeden Fall, die Statik im Auge zu behalten, rät Dammers. Bei einem 2000-Liter-Aquarium könnten da schon mal bis zu drei Tonnen auf den Boden drücken.
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