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Erkrath: Hoch dotierter Talentpreis für Regisseur Boris Schaarschmidt

VON SIMONE KAMPF - zuletzt aktualisiert: 29.07.2010

Düsseldorf (RPO). Große Filmemacher kommen nicht immer aus Hollywood. Boris Schaarschmidt aus Erkrath ist auf dem Weg nach ganz oben. Der Regisseur studierte an der Fachhochschule Dortmund Film- und Fernsehdesign und erhielt vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) ein Jahresstipendium. Mit seinem Kurzfilm "Spent" gewann er jetzt den mit 100 000 Dollar dotierten "BET Lens on Talent Award 2010".

Boris Schaarschmidt, der Mann mit Erkrather Wurzeln, fasst Fuß in Hollywood.  Foto: RPO
Boris Schaarschmidt, der Mann mit Erkrather Wurzeln, fasst Fuß in Hollywood. Foto: RPO

Nach seiner eigenen Einschätzung überzeugte der Kurzfilm, weil er Menschen zeigt, die im Wohlstand leben, aber nur ein Monatsgehalt von der Arbeitslosigkeit entfernt sind. Das sei in den USA keine Seltenheit, sagt er. Darüber hinaus zeigt "Spent" die fatale Lage auf dem Immobilienmarkt. Interessant ist, dass der Kurzfilm schon 2008 produziert wurde, vor der rasanten Talfahrt des Grundstücksmarktes und der Wirtschaft. Nun ging es für den Regisseur darum, das nächste Projekt zu entwickeln und vertragliche Details mit BET zu klären.

Von Erkrath nach Los Angeles

Schaarschmidt träumt davon, irgendwann nur noch Spielfilme zu drehen. "Es ist ein himmelweiter Unterschied eine Geschichte spannend über 90 Minuten hinweg anstatt in 15 Minuten zu erzählen", sagt er. Entscheidend sei jedoch, mit Kurzfilmen fleißig zu trainieren, um das große Ziel zu erreichen. "Was mich am Filmemachen begeistert, ist, dass ich Geschichten erzählen und meiner Fantasie auf der Leinwand freien Lauf lassen kann", verrät Schaarschmidt. Er möchte die Menschen mitreißen und positiv beeinflussen.

Im Laufe seines Studiums wurde ihm schnell klar, dass er nach dem Kamerastudium in Dortmund auch die Regie kennenlernen wollte. So zog es ihn an das American Film Institute nach Los Angeles, um dort ein zweijähriges Aufbaustudium zu absolvieren. An Los Angeles reizt Schaarschmidt besonders, dass er sich direkt am Puls des Filmgeschäfts befindet. In Hollywood würden sich die besten Leute der Filmbranche tummeln. Zudem sei die Auswahl an motivierten und begabten Schauspielern, Komponisten und Kameraleuten riesig. Allerdings könnte man in den USA von einer Filmförderung wie in Europa nur träumen. Die größte Herausforderung liege darin, das Geld für eine Spielfilmproduktion aufzubringen, erzählt er.

Zurzeit fährt der Filmemacher mehrgleisig. Er plant ein Science-Fiction-Drama für die USA und ein Familiendrama, das er gern in Deutschland realisieren würde. Nebenbei arbeitet er an einem weiteren Kurzfilm. Am liebsten würde Schaarschmidt sowohl in den USA als auch in Deutschland arbeiten. Das sei momentan aber leider noch schwer umsetzbar. Seine regelmäßigen Aufenthalte in der Heimat lässter sich jedoch nicht nehmen. "Ich freue mich jedes Jahr auf meinen weihnachtlichen Besuch und auf eine Pizza in der Düsseldorfer Altstadt", sagt er. Viele seiner Freunde leben in der Landeshauptstadt, darunter auch sein Patensohn Mark, ein großer Star-Wars-Freund.

Quelle: RP

 
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