Erkrath: Im Doppelpack für die Tafel
VON MANFRED MÜSCHENIG - zuletzt aktualisiert: 03.02.2007Düsseldorf (RPO). PORTRÄT Das Ehepaar Lutz und Monika Schön engagiert sich seit der Gründung im Jahre 2001. Er arbeitet im Vorstand mit und sie ist im Sponsoring und überregional als Landesvertreterin NRW im Einsatz.
Wer sich einige Zeit mit Lutz und Monika Schön unterhält, bekommt schnell den Eindruck, dass es für die beiden nur ein Thema gibt: die Erkrather Tafel. Oder das Thema Tafel allgemein. Schließlich ist Monika Schön eines von sieben Gründungsmitgliedern der Berliner Tafel, der ersten dieser Einrichtungen, die im Handel oder auch in Hotels Lebensmittel sammeln und an Bedürftige weiterleiten. Und nachdem die Berlinerin ihren Mann kennengelernt hatte, wurde auch er vom Tafelvirus infiziert. Immer, wenn er in Berlin war, wurde er in die Arbeit für die Tafel einbezogen.
So lag es nahe, dass nach der Heirat des Paares und dem Umzug nach Erkrath auch hier das Thema Tafel für die agile Berlinerin nicht zu den Akten gelegt werden konnte. Diesmal war es ihr Mann, der meinte, sie solle sich auch hier in dieser Sache engagieren. Sie gründete schließlich die Erkrather Tafel, die erste im Kreis Mettmann.
800 Menschen profitieren
Seither sind einige Jahre ins Land gegangen. Monika Schön hat es geschafft, seit dem 20. Januar 2001 werden auch in Erkrath regelmäßig Lebensmittel an etwa 200 Bedürftige ausgegeben. Einschließlich deren Familienmitglieder profitieren so rund 800 Personen von dem ehrenamtlichen Engagement der etwa 70 Vereinsmitglieder, die zum großen Teil mit eigenen Fahrzeugen die Waren von den Supermärkten abholen und zur Verteilstelle im Café Skaterpark bringen.
Monika Schön hat sich inzwischen aus der vorderen Reihe zurückgezogen, kümmert sich aber noch um das Sponsoring der Erkrather Tafel, während ihr Mann inzwischen 2. Vorsitzender ist. „Uns gibt es halt nur im Doppelpack“ betont Monika Schön. Sie ist nun verstärkt überregional aktiv, als Ländervertreterin NRW gibt sie gemeinsam mit dem Wuppertaler Wolfgang Niesen Hilfestellung für bestehende Tafeln sowie bei Neugründungen.
Bleibt bei soviel Engagement noch Zeit für andere Aktivitäten? Nun, meint Lutz Schön, immerhin stehe er noch im Berufsleben. Und er singt seit Jahren beim Gerresheimer Männergesangverein (Leitung Franz Lamprecht). Die Frauen der Sänger engagieren sich hingegen im Karneval für den Gerresheimer Veedelszooch, da ist auch Monika Schön mit von der Partie.
Und dann gibt es noch großes Hobby, das die beiden vereint: das Segeln. Klar, dass die Boot in Düsseldorf für das Paar eine Pflichtveranstaltung ist. Regelmäßig ist Lutz Schön beim Fahrtensegeln dabei, immer für 14 Tage zu verschiedenen Zielen in der Welt. Dabei war er schon in St. Petersburg, segelte um die Azoren oder auch durch die Irische See. „Das war wirklich höllisch, zwölf Stunden ein Tiefdruckgebiet nach dem anderen“, erinnert er sich. Manchmal begleitet ihn seine Frau auch auf die Planken, immerhin hat sie ebenfalls ihren Segel- und Motorbootschein gemacht. Im Frühjahr gehen sie wieder auf Tour: durch die Karibik. Dann muss die Tafel eben mal drei Wochen ohne sie auskommen.
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