Mettmann: Im Einsatz für Kinder in Indien
VON MANFRED MÜSCHENIG - zuletzt aktualisiert: 25.02.2009Düsseldorf (RPO). Marianne Döring unterstützt mit dem Projekt "Hilfe für Kinder in Chatterhat" arme Jungen und Mädchen in Indien. Dem Nachwuchs aus den armen Bevölkerungsschichten soll die Chance gegeben werden, mit einer Schulbildung in eine bessere Zukunft zu starten.
Eigentlich könnte die Unterbacherin Marianne Döring ja ein schönes ruhiges Leben als Rentnerin haben. Hat sie aber nicht. Stattdessen widmet sie den größten Teil ihrer freien Zeit seit Eintritt in die Frührente Hilfsprojekten für Kinder in Indien. Sicher hätte sie manchmal gerne etwas mehr Zeit für sich, räumt sie ein. Andererseits ist sie sicher: "Dann hätte ich nicht so ein reiches Leben. Wenn ich bei den Projekten in Indien bin, schlagen mir die Herzen der Kinder entgegen".
Kirche war eine alte Scheune
"Hilfe für Kinder in Chatterhat" heißt das Hilfswerk, das sie 1992 mit einigen engagierten Frauen aus Unterbach und Umgebung ins Leben gerufen hat. Bei einer dreimonatigen Reise durch Indien hatte sie einige Jahre zuvor die Schönheiten des Landes entdeckt, aber auch die große Armut gesehen, die bei den einfachsten Schichten dort vorherrscht. Und sich an einen Besuch in Chatterhat, einem kleinen Dorf im Nordosten des Landes erinnert. Die Kirche dort war eine alte Scheune, die nicht mal Fensterscheiben in den Lichtluken hatte. Und für die knapp 90 Kinder, die dort in der Gemeinde unterrichtet wurden, gab es nur ein kleines marodes Schulgebäude. Ihr erstes Projekt sei damals das optische Auffrischen des Gebäudes gewesen.
1992 gegründet
Auf Initiative von Marianne Döring wurde 1992 das Hilfswerk "Hilfe für Kinder in Chatterhat" gegründet.
Der Name geht auf das erste realisierte Projekt, den Bau einer Schule und eines Kinderheims in Chatterhat, in der Zeit von 1992 bis 1998 zurück.
Info: Tel. 0211 202960
Viel Geduld ist nötig
Schon bald wurde es um eine Etage aufgestockt und um vier Klassenräume erweitert. Sechs Jahre später konnte mit Hilfe des Kindermissionswerkes schon eine neue große Schule errichtet werden. Das alte Schulhaus wird seitdem als Hostel für die Kinder genutzt, die einen zu weiten Schulweg haben, sie genießen so ein Internatleben. Inzwischen sei die Zahl der Schüler auf 450 angewachsen, berichtet Marianne Döring. Ihr Anspruch, den Kindern aus den ärmsten Bevölkerungsschichten den Schulbesuch und somit den Einstieg in ein bessere Zukunft zu geben, ist so mit Hilfe vieler Spender erfüllt worden.
Doch für Marianne Döring ist es nicht damit getan, hier um Sponsoren für ihre Projekte in Indien zu werben, jedes Jahr ist sie einige Wochen vor Ort, um sicherzustellen, dass die Spendengelder auch nicht in falschen Kanälen versickern. Dies werde zudem auch die Zusammenarbeit mit kirchlichen Einrichtungen sichergestellt. Längst sind weitere Aufgaben hinzugekommen: Errichtung von Gesundheitsstationen, Kinderhäusern, Berufsausbildung von Jugendlichen, Vermittlung von Patenschaften. Ganz aktuell wird bei einem Projekt der Aufbau einer Solaranlage verfolgt, um von hohen Stromkosten unabhängig zu werden.
Manchmal sei lange Geduld nötig, um Erfolge zu erzielen, berichtet Marianne Döring. So weiß sie von einem Mädchen im Waisenhaus, das die erste Zeit monatelang nicht gesprochen hat. Jetzt, vier Jahre später, komme das Mädchen in der Schule gut mit und spreche längst wieder mit den anderen. Solche Erfolge seien aber nur möglich, wenn man sich individuell um die Kinder kümmere, betont Marianne Döring. Ein schöner Erfolg sei auch, dass die ersten Schüler aus ihren Projekten inzwischen nun zur Highschool gewechselt sind, das sei vor einigen Jahren für Kinder aus den unteren Kasten noch unmöglich gewesen.
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