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Erkrath: Im Quartier bleiben

VON OLIVER WIEGAND - zuletzt aktualisiert: 19.11.2008

Düsseldorf (RPO). Im Jahr 2010 gibt es mehr Senioren als Kinder im Land. Damit alte Menschen so lange wie möglich zu Hause wohnen können, müssen auch in Erkrath altersgerechte Wohnungen sowie ein passendes Wohnumfeld geschaffen werden.

In der Erkrather Stadthalle besucht die Leiterin der Caritas Begegnungsstätte, Monika Thöne (vorne rechts), die Tagung „Im Quartier bleiben“. Rund 300 Teilnehmer diskutieren bis in den späten Nachmittag.   Foto: RPO
In der Erkrather Stadthalle besucht die Leiterin der Caritas Begegnungsstätte, Monika Thöne (vorne rechts), die Tagung „Im Quartier bleiben“. Rund 300 Teilnehmer diskutieren bis in den späten Nachmittag. Foto: RPO

Zahlen lügen selten und wenn man der Statistik des Familienministeriums trauen darf, dann leben schon im Jahr 2010 mehr Senioren in unseren Land als Kinder. Schon jetzt ist Viertel der Bevölkerung älter als 60 Jahre, in 20 Jahren wird es ein Drittel sein. Der große Wunsch von vielen Älteren: So lange wie möglich zu Hause leben. Doch dazu müssen auch in Städten wie Erkrath die Voraussetzungen geschaffen werden. Altersgerechte Wohnungen, Geschäfte und Arztpraxen in der Nähe sowie Unterstützung und Hilfe sind nur einige Stichpunkte.

„Im Quartier bleiben“ – so nennt sich ein Projekt des Landes NRW, das derzeit in Alt-Erkrath, Duisburg und Mönchengladbach vorangetrieben wird. Ziel ist es, in Befragungen die individuellen Bedürfnisse von älteren Menschen zu ermitteln. In den Pilotquartieren sollen sich Initiativen mit Freiwilligen bilden, die eine altersgerechte und umfassende Quartiersentwicklung voranbringen. In der Stadthalle Erkrath trafen sich gestern rund 300 Teilnehmer aus NRW, um in Kursen und Seminaren die neusten Erkenntnisse auszutauschen. Mit von der Partie war auch Staatssekretärin Marion Gierden-Jülich. „Wir brauchen ein Füreinander-da-sein der verschiedenen Generationen“, sagte Marion Gierden-Jülich unter dem Beifall der Teilnehmer.

Info

Sicherheit vermitteln

Das Projekt „Im Quartier bleiben“ geht davon aus, das Leben und Wohnen in enger Verbindung miteinander stehen.

Wohnen - das bedeute Beziehungen zu den Menschen, zu Nachbarn und Freunden und Verwandten. Das Quartier, wo man wohnt, kann entscheidend sein für die Mobilität, für das Gefühl der Sicherheit und die Teilhabe an an kulturellen Veranstaltungen.

Zu wenig Fachärzte in Erkrath

In Erkrath hat die Caritas-Begegnungsstätte bereits im Sommer 18 Besucher, darunter 14 Frauen zwischen 70 und 98 Jahren sowie vier Männer im Alter von 72 bis 83 Jahren nach ihren Wünschen befragt.

Ergebnis: Ältere Menschen in Alt-Erkrath wünschen mehr altersgerechte Wohnungen mit Service in der Innenstadt, ein Café, zusätzlich ein Schuh- und Wäschegeschäft sowie ein Seniorenkino. Das Leben in Erkrath lebenswert mache das viele Grün, die Parks, Angebote für den täglichen Bedarf, die Nähe zu Düsseldorf.

Auf der Mängelliste steht der Dreck in der Stadt, eine Metzgerei und Drogerie, die am Kalkumer Feld fehlen, eine fehlende Verbindung zum Nordbahnhof, der Aufzug, der am S-Bahnhof Erkrath für Menschen im Rollstuhl viel zu klein ist, vermisst wird außerdem ein Saalangebot für mehr als 100 Personen. Darüber hinaus gebe es zu wenige Augen- sowie HNO-Ärzte.

Quelle: RP

 
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