Erkrath: Im Tempel der Menschlichkeit
VON STEPHANIE JOSST - zuletzt aktualisiert: 18.09.2006Düsseldorf (RPO). Der Bergische Künstlerbund lud zur Vernissage auf Posemarré. Über 100 Besucher kamen zur Neuen Mitte Erkraths.
Landrat Hendele: Die Stadt hat sehr viel Kultur und braucht sich vor Düsseldorf nicht zu verstecken. Ursprünglichkeit und Kunst zum Anfassen.De gustibus non est disputandum – Über Geschmack lässt sich nicht streiten, lautet eine lateinische Redewendung. Jahrhunderte später ergänzte jemand den Satz: „Denn es gibt nur einen Richtigen.“ Tatsächlich waren Wortgefechte bei der Vernissage „Mittendrin“ des Bergischen Künstlerbundes auf Posemarré eher Fehlanzeige. Stattdessen gab es angeregte Diskussionen zwischen Künstlern und Gästen bei Sekt und Büfett.
Über 100 Besucher zog es Freitag Abend auf das Gelände der „Neuen Mitte Erkraths“ zur Ausstellungseröffnung. Auch Landrat Thomas Hendele und Bürgermeister Arno Werner wünschten dem Projekt „gutes Gelingen.“ Erkrath sei eine Stadt mit sehr viel Kultur, lobte der Landrat. Sie brauche sich nicht hinter anderen zu verstecken, auch nicht vor dem großen Nachbarn Düsseldorf.“
Mittendrin
Die Ausstellung des Bergischen Künstlerbundes in der Halle 23 des Posemarré-Geländes läuft bis 30. September.
Sie ist geöffnet an den Wochenenden von 11 bis 18 Uhr.
Samstag, 24. September, gibt es das Tanzprojekt „Bis zum Himmel und darüber hinaus“ von und mit Barbara Manegold.
Die Finissage findet eine Woche später um 19 Uhr statt.
Jazz mit Blue, Fun & Rohkost
Dies sei besonders dem Engagement Hasso von Blüchers zu verdanken. Musikalisch spielte die Jazz-Band Blue, Fun & Rohkost mit von Blücher am Kontrabass. 16 Künstler stellen ihre Werke in der alten Fabrikhalle aus. „Der Ort ist wie geschaffen für Kunst dieser Art“, schwärmte Künstler Detlef Mischo aus Velbert, der eigene Bilder und ein Projekt der Velberter Gesamtschule präsentiert. „Wir sitzen alle in einem Boot“ lautet der Titel. Entstanden sind hölzerne Einzelobjekte in Form von Menschen oder Tieren. „Jede Figur steht für einen einzelnen Künstler“, erklärt Mischo, der an der Gesamtschule Kunst unterrichtet. „Sich als Individuum zu erkennen und zugleich die Gruppe zu akzeptieren und sich einzubringen“, sei eine der wichtigsten Voraussetzungen für konfliktfreies Miteinander der Menschen. „Den Schülern macht diese Arbeit sehr großen Spaß. Viele sind Nachmittags in die Werkstatt gekommen und haben geschnitzt. Verkäuflich seien die Einzelstücke derzeit nicht, auch wenn „sehr schöne Werke“ entstanden seien.
Einen anderen Aspekt bot die Performance der Künstler Brindl Art und Berthold Welter. Im „Tempel der Menschlichkeit zeigten sie sich beim Bau eines Iglus. Als „Ur-Materialien“ nutzten sie Stahlstifte, Erde, Holz, Kohle, Luft, Staub, Jute, Wasser, Dreck, Steine, Kot und Wachs. Viele Besucher blieben stehen. „Der Einsatz und die direkte Auseinandersetzung mit Naturmaterialien soll Ursprünglichkeit symbolisieren und ein materiell fassbares Kunstwerk schaffen“ erklärte Welter.
Erstaunen löste auch der „verlorene Koffer“ der Wuppertalerin Inge Küppersbusch aus. Der Titel „Bitte achten Sie auf ihre Gepäckstücke“ könnte auch eine einfache Bahnhofsdurchsage sein.
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