Wülfrath: Kindergarten in Bethlehem
VON LARA CZERWONKA - zuletzt aktualisiert: 05.05.2012Wülfrath (RP). Die Flüchtlingshilfe INGA unterstützt die Tagesstätte im Caritas-Hospital. Betreut werden 80 Jungen und Mädchen – rund 20 Prozent christliche und 80 Prozent muslimische Kinder.
Hört man Klaus-Peter Rex zu, klingt alles wie ein Klacks: "Der Kindergarten ist ganz einfach zu erreichen: Direkt hinterm Check-Point links, dann rechts und dann noch 200 Meter. Zusammen sind das grad mal fünf Minuten Fußweg." Jedoch: Der besagte Kindergarten liegt nicht in erreichbarer Wülfrather Umgebung, sondern "20 Minuten von Jerusalem entfernt" in Bethlehem. Seit einem Jahr unterstützt die INGA (als Initiative gegen Atomraketen vor drei Jahrzehnten gegründet und heutige Flüchtlingshilfe), deren stellvertretender Vorsitzender Rex ist, die Institution in Palästina, die als Betriebskindergarten des dortigen Caritas-Hospitals fungiert.
Drei Israel-Fahrten
Klaus-Peter Rex macht im Herbst drei Reisen nach Israel.
Eine Fahrt mit 35 Gymnasiasten und eine mit Lehrern.
Die dritte Fahrt unternimmt Rex mit einer Gruppe des Bürgervereins Wülfrath. Es sind noch einige Plätze frei. Die Gruppe wird den Kindergarten in Bethlehem besuchen.
"Die Einrichtung betreut Kinder von Mitarbeitern des Hospitals, aber auch von Bethlehemer Bürgern", so Rex, der den Kindergarten Ende letzten Jahres das erste Mal besuchte. Auch, wenn es zu diesem Zeitpunkt mehr Baustellen als Gruppenräume oder Ähnliches zu besichtigen gab. Das Außengelände der Anlage wurde komplett umgestaltet, neue Betreuungsräume kamen hinzu.
Zuvor waren in dem Kindergarten zwei Gruppen mit je 30 Kindern untergebracht. Heute können rund 80 Kinder im Alter von wenigen Monaten bis zu fünf Jahren betreut werden.
"Die Gruppen sind weder nach Alter noch nach Religion getrennt", sagt Rex. Derzeit gebe es in der Einrichtung rund 20 Prozent christliche und 80 Prozent muslimische Kinder.
Die Unterstützung der INGA fängt laut Rex in diesem Fall dort an, wo die der Caritas aufhört. Erst Ende letzten Jahres überwies der Verein 500 Euro, um Spielmaterial und Geschenke für eine Clowngruppe des Hospitals zu ermöglichen. "Sinnvolle Entwicklungshilfe" nennt Rex diesen Austausch, der vor allem durch Privatspenden möglich wurde.
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