Erkrath: Kinderzimmer geplündert
VON MANFRED MÜSCHENIG - zuletzt aktualisiert: 30.08.2010Düsseldorf (RPO). Vor allem Kinder und Jugendliche freuen sich über ihre Verkäufe beim Trillser Straßenfest. Vieles Ausrangierte findet neue Besitzer. Unterdessen plaudern die Erwachsenen bei Alt, Reibekuchen und Garnelen-Spießen.
Wie Sauerbier bot Gerhard Ahrens, Geschäftsführer des Lokschuppenvereins, beim Trillser Straßenfest Tragetaschen und T-Shirts mit Lokschuppen-Logo zum Kauf an. Ein paar Taschen konnte er zwar absetzen, auf den T-Shirts blieb er aber sitzen. "Den Leuten ist es dafür einfach zu kalt", stellte er fest. Er hätte wohl besser Regenjacken und Pullover ins Angebot aufgenommen. Trotz des misslichen Wetter ließen sich die Trillser nicht davon abhalten, zum Klönen auf ihr Straßenfest zu kommen. Lediglich die Zahl der Trödelstände war im Gegensatz zu den letzten Jahren erheblich dezimiert.
Jugendliche hart im Nehmen
Gläser als Souvenir
5000 Gläser in der neuen Größe 0,25 Liter haben die Organisatoren des Trillser Straßenfestes beschafft, alle mit dem Logo des Straßenfestes versehen. Klar, dass manch einer der Besucher sich am Samstagabend das Pfand nicht zurückgeben ließ, sondern sein Glas als Souvenir mit nach Hause nahm.
Immerhin waren genug Gläser vorhanden.
Allerdings waren auch dort einige hartgesottene Jugendliche dabei: Kaum war der kräftige Regenguss am Samstagnachmittag vorüber, da breiteten einige schon wieder ihre Decke auf dem Bürgersteig aus, um darauf Spiele, Plüschtiere, Bücher und andere aus dem Kinderzimmer ausrangierte Dinge zum Kauf anzubieten. Auch die Akteure im Spiele- und Schminkbereich der Villa Kunterbunt nahmen das Wetter, wie es war: Selbst beim starken Regen wurde weitergeschminkt. Die Kinder saßen unter einem Zeltdach im Trockenen, so dass die frische Schminke im Gesicht nicht verwischen konnte, während ihnen das Regenwasser den Rücken hinunter lief, verriet eine Mutter.
Dennoch waren die meisten Standbetreiber mit der Resonanz am Samstag zufrieden, die Straße bot den gewohnten Treffpunkt zum Klönen bei Bier, Wein und alkoholfreien Getränken. Wobei die Gäste die neuen Bierpreise (1,50 Euro im nun größeren 0,25-Liter-Glas) klaglos akzeptierten, wie Udo Kampschulte vom Organisationsteam berichtete. Und bei alkoholfreien Getränken wie Cola und Limo sei man ja sogar noch günstiger geworden, weil diese auch im größeren Glas weiter für einen Euro zu haben waren. Nur am Männergesangverein war das irgendwie vorbei gegangen, er wollte auch dafür am Samstag noch 1,50 Euro haben. Die Besucher quittierten dies mit Cola-Boykott. An diesem Stand fand vor allem das Füchschen-Alt reißenden Absatz. Die Straßenfestbesucher konnten auch ihre heimische Küche kalt lassen. Es gab ein umfangreiches Speisenangebot von Kuchen über die weltberühmten Reibekuchen der Feuerwehr vom Löschzug Trills bis hin zu Garnelenspießen am Stand von Hopmanns Olive, die zugunsten der Aktion "Tischlein deck dich" der Grundschule Millrath verkauft wurden. Für Abwechslung sorgte außerdem Christian Bach, der am Stand der Stadtwerke Luftballonfiguren anfertigte und zwischendurch auf Stelzen über die Straße schlenderte. "Leider werde ich hier oben als Erster nass", sagte er.
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