Mettmann: Kirche aus lebendigen Steinen
VON CHRISTINE ZACHARIAS - zuletzt aktualisiert: 11.02.2008Düsseldorf (RPO). 125 Jahre Kirchweihe St. Lambertus: Weihbischof Dr. Rainer Woelki predigte. Die Festwoche endete mit einem fröhlichen Familiennachmittag und feierlichem Hochamt.
Als hätten sie es bestellt: Pünktlich zur Festwoche anlässlich der 125-jährigen Kirchweihe von St. Lambertus kam endlich die Sonne wieder zum Vorschein und sorgte mit vorösterlich-warmem Schein für besonders hoch gestimmte Gemüter bei der Festgemeinde. Das frühlingshafte Wetter freute am Samstag auch die vielen kleinen Besucher des Familientags vor und in der Pfarrkirche. Auf einem „Markt der Möglichkeiten“, auf dem sich zahlreiche kirchliche und der Kirche nahe stehende Vereine und Initiativen präsentierten und über ihre Arbeit informierten, hatten die Kinder die Qual der Wahl zwischen Geschicklichkeitsparcours, Glücksrad, Schminken, Bastelaktionen und anderen attraktiven Angeboten. Und die Erwachsenen nutzten das schöne Wetter für den ein oder anderen Plausch. Mit dem Glanz der Frühjahrssonnen um die Wette leuchteten dann gestern zum feierlichen Hochamt zahllose Kerzen im voll besetzten Kirchenraum. Den Besuchern bot sich ein prächtiges Bild: Fahnenträger der Schützen, von Kolping und Pfadfindern, ein Ministrantenaufgebot fast in Kompaniestärke und eine stattliche Zelebrantenschar, darunter viele ehemalige Seelsorger der Gemeinde sowie Pfarrer Jürgen Artmann von der evangelischen Kirche – da wurde es am Altar mitunter eng.
Stimmungsabend
Die Pfarrgemeinde St. Lambertus lädt anlässlich des Kirchweihjubiläums am Samstag, 18. Oktober, ab 19 Uhr zu einem Tanz- und Stimmungsabend in das evangelische Gemeindezentrum an der Friedhofstraße ein.
Am Sonntag, 19. Oktober, steigt das Pfarrfest, das mit einem Festhochamt um 10 Uhr in St. Lambertus beginnt.
In Vertretung des Kardinals
In Vertretung von Kardinal Meisner, der derzeit sein 25-jähriges Jubiläum als Kölner Erzbischof begeht, war Weihbischof Dr. Rainer Woelki gekommen, um gemeinsam mit den Mettmanner Katholiken zu feiern. Doch allein salbungsvolle Worte in dem vom Kirchenchor feierlich gestalteten Hochamt zu machen, das war des Bischofs Sache nicht. Das Jubiläum, so Woelki, sei der rechte Zeitpunkt, „Gott und die Kirche wieder neu in den Blick zu holen.“ Dabei nahm er sich des Mottos der Festwoche – „Lebendige Gemeinde gebaut aus lebendigen Steinen“– an und stellte es in den Mittelpunkt seiner Predigt.
„Wie geht es uns denn so als Gemeinde“, fragte er die Gläubigen. Um anschließend schonungslos festzustellen, dass es auch Momente gebe, in denen man sich „in der Kirche nicht immer wohl fühlt“. Zum Beispiel aufgrund so mancher „Besserwisser“, die sich auf Kosten anderer profilieren wollten.
In Treue zu Gott profilieren
„So etwas spaltet die Gemeinde“, mahnte der Bischof. Sein Gegenvorschlag: „Profilieren wir uns doch in der Treue zu Gott.“ Da gebe es „eine Menge zu tun.“ Woelki: „Sieht man uns das an, dass wir von Gott geliebt sind? Spürt die Welt unsere Beglückung?“ Und er appellierte an die Gläubigen, nicht müde zu werden, nach Jesu Vorbild aus kindlichem Herzen heraus Gott anzurufen. „Damit wir so mehr und mehr Gemeinde werden. Eine Kirche aus lebendigen Steinen.“
Nach dem Hochamt ging es in feierlichem Zug zum Pfarrzentrum, wo Gemeinde, Seelsorger, Bürgermeister, Landrat und Bischof die Festwoche ausklingen ließen.
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